11. Sächsische Fachtagung Umformtechnik

Die Rohkarosse des Lamborghini Gallardo war der Blickfang in der Ausstellung zur 11. Sächsischen Fachtagung Umformtechnik. Foto: ThyssenKrupp Drauz

Die begleitende Firmenpräsentation zur 11. Sächsischen Fachtagung Umformtechnik Anfang Oktober 2004 an der TU Bergakademie Freiberg hatte einen Blickfang - die Rohkarosserie eines Lamborghini Gallardo. Das Ausstellungsstück der ThyssenKrupp Drauz GmbH war gleichzeitig ein Paradebeispiel für die Hauptthemen der Fachtagung. Insbesondere innovative Werkstoff- sowie Verfahrens- und Anlagenkonzepte für den Fahrzeugbau standen im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen.

Ulrich Hocher, Geschäftsführer der ThyssenKrupp Drauz GmbH, zu der das sächsische Werk Hohenstein-Ernstthal gehört, sprach über moderne Anlagenkonzepte für den Karosseriebau. Am Beispiel der aus Aluminium bestehenden Lamborghini-Karosserie zeigte er auf, wie der Leichtbauwerkstoff und innovative Fügeverfahren (MiG-Schweißen, Stanznieten, Kleben, Clinchen, Flow Drill Screw) produkt- und prozesssicher kombiniert werden können. „Mit Aluminium reduziert man Gewicht, aber kann bei herkömmlicher Schalenbauweise nicht die gleiche Funktionalität wie mit Blechteilen sichern. Deshalb nutzen wir die Space-Frame-Bauweise und erreichen damit höhere Steifigkeiten. Ebenso haben wir die Fügeverfahren den Materialanforderungen angepasst.“ Täglich bis zu zwölf Karosserien liefert ThyssenKrupp Drauz gegenwärtig an Audi Neckarsulm. Dort werden sie lackiert und zur Endmontage ins italienische Sant´Agata geschickt. Möglich wurde die umfassende Realisierung dieses Projektes, weil das baden-württembergisch-sächsische Unternehmen den gesamten Engineering Loop abbildet. „Von der Produktentwicklung über die virtuelle Produktionsprozess-Simulation, den Werkzeug- und Anlagenbau bis zu Prototyp und Serienfertigung bedienen wir mit unseren Standorten in Heilbronn, Neckarsulm und Hohenstein-Ernstthal die gesamte Prozesskette im Fahrzeugbau. Das bringt uns qualitative Vorteile gegenüber Wettbewerbern“, erklärt Ulrich Hocher.

Eingeflossen ins Lamborghini-Projekt sind auch die Erfahrungen, die das auf Anlagenbau und Projektengineering spezialisierte sächsische Werk bei Entwicklung und Realisierung der lasergeschweißten Aluminium-Karosserie für den Audi A2 gesammelt hat. Seine europaweit herausragende Kompetenz in der Lasertechnik bewies ThyssenKrupp Drauz mit seinen Anlagenkonzepten zum Laserschweißen von Seitenteilen für den VW Golf V. Die Lösung mit wechselseitigem Einsatz gleicher Werkzeuge und Energiequellen für linke und rechte Bauteile steht gleichsam als Prototyp für künftige Konzeptansätze, die eine weitere Reduzierung des Anlageninvestments ermöglichen. Projektiert und gebaut haben die drei Anlagen für die VW-Werke Wolfsburg, Brüssel und Mosel die Ingenieure, Techniker und Facharbeiter vom sächsischen ThyssenKrupp Drauz-Standort gemeinsam mit Heilbronner Kollegen. In Hohenstein-Ernstthal sind gegenwärtig 270 Mitarbeiter tätig, an allen drei Standorten insgesamt 1.100. Der VW-Auftrag war der bislang umfangreichste für das sächsische Werk, das vor allem für Marken des VW-Konzerns und für Porsche tätig ist.

Pressemeldung vom 08.11.2004

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