Mit „AMZ-Campus“ die Türen zur Wissenschaft weiter öffnen

- Prof. Dr. Lothar Kroll (l.), Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, erörtert mit Teilnehmern des „AMZ-Campus“ die Auslegung von Leichtbauwerkstoffen.
Die neue Veranstaltungsreihe „AMZ-Campus“ hat ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden. Rund 40 Gäste konnte AMZ-Projektmanagerin Dr. Claudia Scholta zur Premiere Anfang Dezember 2007 am Institut für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechnik der TU Chemnitz begrüßen. Der sehr positive Zuspruch äußerte sich nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Solche Veranstaltungen seien wichtig, um noch mehr darüber zu erfahren, was die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in unmittelbarer Nähe eigentlich können und wo es Schnittstellen für eine mögliche Zusammenarbeit gibt, lautete der Tenor vieler Teilnehmer. Ein Gast betonte, dass sein Unternehmen zwar zurzeit hauptsächlich im Bereich Metall unterwegs sei, aber in naher Zukunft gelte es, auch andere Materialien wie Kunststoffe zu beherrschen. Deshalb nehme er solche zeitlich überschaubaren Angebote trotz eines übervollen Terminkalenders gern wahr.
Genau diese Intention stand Pate bei der „Geburt“ von „AMZ-Campus“. „Wir wollen Türen öffnen in die Forschungswelt, die Kontakte zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vertiefen und Ansatzpunkte für Kooperationen finden“, erläuterte Dr. Scholta das Anliegen dieser neuen Reihe. Übergeordnetes Ziel sei es, die Entwicklungskompetenz der sächsischen Automobilzulieferer zu stärken und sie bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte zu unterstützen - ein Anliegen, das zugleich einen Schwerpunkt in der bis Ende 2012 laufenden dritten Phase von AMZ bildet.
Kompetenzen für Leichtbauforschung
Das Leistungsspektrum des gastgebenden Instituts für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechnik auf dem Gebiet des Leichtbaus stellte Prof. Dr. Lothar Kroll, Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, vor.
Leichtbauorientierte Bauweisen für Faserverbundstrukturen, Auslegungsverfahren für hochbelastete anisotrope Faserverbunde, neuartige Spritzgießkomponenten mit Textilverstärkung, Modifikation und Verarbeitung von Naturfasern, innovative Kunststoffverarbeitungsmaschinen sowie die technologische Integration von Sensorik und Adaptronik in Kunststoffbauteile sind einige der Forschungsschwerpunkte. Dazu gehört eine hochwertige maschinelle Ausstattung in den Laboren des Instituts, die Dr. Wolfgang Nendel vorstellte. Bis 2009 entsteht ein Kompetenzzentrum für Spritzgießtechnologie.
Gas geben mit weltweit erstem gestickten Sensor
Prof. Kroll verwies auf einige hauseigene Innovationen. Dazu gehört der weltweit erste Sticksensor im Faserverbund. Er wird eingesetzt im ebenfalls am Institut entwickelten elektronischen Gaspedal, ist großserientauglich und universal einsetzbar. Das Pedal selbst besteht aus einem Faserverbundwerkstoff und nur noch drei Teilen. Herkömmliche Gaspedale aus Stahl sind aus bis zu 13 Einzelteilen zusammengesetzt. Inzwischen arbeiten die Chemnitzer Wissenschaftler bereits daran, das elektronische Gaspedal mit Blick auf die Großserienproduktion in nur einem Arbeitsgang zu spritzen.
Dass Forschung und Lehre am Institut Hand in Hand gehen, belegte der Vortrag von Stefan Heuer, Student im neunten Semester. Er hat in einer Ingenieurarbeit mit und für ein Chemnitzer Kunststofftechnik-Unternehmen eine Einrichtung zum Warmmahlen von Gummi entwickelt. Das Wirkprinzip wird gegenwärtig zum Patent angemeldet.
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