Die demografische Falle in eine demografische Chance umwandeln

Pilotprojekt ProfiSACHS unterstützt sächsischen Mittelstand bei der strategischen Personalentwicklung

Bis 2020 wird Sachsens Bevölkerung gegenüber 2006 um neun Prozent schrumpfen. Doppelt so stark reduziert sich dabei der Anteil der Erwerbspersonen im Alter zwischen 25 und 65 Jahren. Sachsen besitze jedoch alle Voraussetzungen, diese demografische Falle in eine demografische Chance umzuwandeln, betonte Prof. Dr. Michael Behr von der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf der Auftaktveranstaltung zur neuen sächsischen Fachkräfteinitiative ProfiSACHS am 29. Oktober in Dresden. Zu den positiven sächsischen Rahmenbedingungen zählen ein leistungsfähiger industrieller Mittelstand, eine innovative Wissenschaftsinfrastruktur, die sich immer enger mit der Wirtschaft verdrahtet, sowie eine gute Fachkräftebasis.

Es sei nicht so sehr die Quantität, sondern vielmehr die Qualität der Fachkräfte, die schwer ersetzbar werde. In den nächsten zehn Jahren verlassen vor allem höher Qualifizierte den Arbeitsmarkt und gehen in Rente, betonte Prof. Behr, der seit reichlich einem Jahrzehnt die wirtschaftliche und Fachkräfteentwicklung in Sachsen untersucht und prognostiziert. Der Freistaat habe wie generell die neuen Bundesländer weniger ein Struktur-, sondern vielmehr ein Image- und damit ein Fachkräfteproblem. Um weiterhin innovations- und damit wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche es ein „generationssensibilisiertes Personalmanagement“ sowie „Kooperation, Kommunikation, Information und Signalpolitik nach außen“. Das ist laut Behr notwendig, um eine intelligente Zuwanderungspolitik zu betreiben, um junge Menschen zum Bleiben zu bewegen und die älteren Erfahrungsträger in Unternehmen zu verankern. „Sie sparen viel Geld, wenn es Ihnen gelingt, sich als gute, attraktive Arbeitgeber in der Region darzustellen“, legte Behr den rund 120 Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und Politik ans Herz.

Das Pilotprojekt ProfiSACHS setzt genau an diesen Themenfeldern an. Den sächsischen Mittelstand bei der strategischen Personalentwicklung zu unterstützen, lautet der Ansatz. Erstmals haben sich dafür die vier „gestandenen“ sächsischen Verbundinitiativen Automobilzulieferer, Maschinenbau, Bahntechnik und Technische Textilien verbündet, um diese Aufgabe gemeinsam zu realisieren. Die noch relativ jungen Initiativen in den Bereichen Erneuerbare Energien sowie Luft- und Raumfahrttechnik sind bereits assoziiert. Die Verbundinitiativen bringen aus der Nähe zu den jeweiligen Branchen und Unternehmen ihre Kompetenzen bei der Produkt-, Prozess- und Technologieentwicklung ein. Parallel dazu werden die Anforderungen für eine vorausschauende Personalentwicklung und gezielte Qualifikationsangebote über den gesamten beruflichen Prozess definiert und in branchenübergreifenden sowie brancheninternen Projekten umgesetzt.

Erste Vorhaben wurden zur Auftaktveranstaltung vorgestellt. Dazu gehört ein Automobil-Fitness-Camp im Sommer 2009 in Zwickau, das zwölf- bis 17-jährigen Jugendlichen die Arbeitswelt und Berufschancen bei sächsischen Automobilzulieferern aufzeigen wird. Geplant ist weiterhin der Aufbau eines Studiengangs Bahntechnik an der Berufsakademie Bautzen, der im Herbst 2010 starten soll. Im Bereich der Technischen Textilien steht die Gewinnung von Studenten und die Betreuung der Absolventen im Vordergrund. Die Maschinenbauer setzen in Zusammenarbeit mit der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) die begonnenen Studententage auf Fachmessen fort und arbeiten daran, Fachkräfteportale im Internet für diesen Bereich gezielter zu verlinken. Im Verbund aller Initiativen werden gemeinsame Messeauftritte u. a. zur KARRIERESTART im Januar 2009 in Dresden vorbereitet.

Die Projektverantwortung für ProfiSACHS hat im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit die RKW Sachsen GmbH, Leadpartner ist AMZ. Ein Projektbeirat aus Vertretern der Industrie, der Verbundinitiativen, der Sächsischen Staatsministerien für Kultus, Wirtschaft und Arbeit, Wissenschaft und Kunst sowie der IHK, der Bundesagentur für Arbeit, der IG Metall und des Projektträgers RKW Sachsen GmbH begleitet die Arbeit von ProfiSACHS.

Kontakt und weitere Informationen:
Lutz Voigtmann
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
Strategische Kompetenzstelle ProfiSACHS
Tel.: 0371 5347-189
E-Mail: voigtmann(at)rkw-sachsen.de

Pressemeldung vom 30.10.2008

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