Unternehmen in Dresden überdurchschnittlich insolvenzgefährdet

Creditreform Dresden untersuchte das Ausfallrisiko der Unternehmen in der Landeshauptstadt

Insgesamt 24.642 wirtschaftsaktive Unternehmen gibt es in der Stadt Dresden. Nach einer Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden waren davon im vergangenen Jahr 611 Unternehmen zahlungsunfähig. Dies entspricht einem Creditreform-Risikoindikator-Wert (CRI) von 2,5 Prozent. Der CRI misst die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Region, indem die Zahl der Unternehmen mit Negativmerkmalen (etwa ein laufendes Insolvenzverfahren oder die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung) durch die Zahl der Unternehmen in der Region geteilt wird.

Der durchschnittliche Risikoindikator für alle Unternehmen in ganz Deutschland lag im Jahr 2007 bei 2,1 Prozent. Dresden liegt also über dem gesamtdeutschen Schnitt. Allerdings: „Die Wirtschaft in Dresden zeigt sich erstaunlich robust – das gilt auch für die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen, die seit einigen Jahren rückläufig ist. Wir gehen davon aus, dass sich der Risikoindikator im Laufe des Jahres 2008 auf 2,3 Prozent reduzieren wird“, prognostiziert Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden.

Kommunalforum bietet mit seinem Netzwerk zur Insolvenzvermeidung Beratungshilfe an

Insolvenzgefährdete Unternehmen können bei Mitgliedern des Netzwerkes „Insolvenzvermeidung und Insolvenzgestaltung“ des Kommunalforums für Wirtschaft und Arbeit Dresden kompetente sowie absolut vertrauliche und kostenfreie Beratungshilfe einholen. Mit dem Ziel der Bestandsentwicklung und -sicherung kleiner und mittelständischer Unternehmen agieren im Netzwerk Vertreter der Industrie-, Handels- und Handwerkskammern, der AOK, der Sächsischen Aufbaubank–Förderbank gemeinsam mit  Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und der Landeshauptstadt Dresden. Ausgangspunkt und Plattform für diese Netzwerkarbeit ist das 1996 gegründete Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit Dresden. Als Bündnis verschiedener lokaler Akteure veranlasst und begleitet es Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Dresden, zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen und zur Bildung von Kompetenznetzwerken am Standort.

Die vom Netzwerk Insolvenzvermeidung angeregten regelmäßigen Untersuchungen helfen, Beratungsbedarf und neue Entwicklungen auf dem Wirtschafts- und Arbeitsmarkt rechtzeitig zu erkennen und direkt darauf zu reagieren. Das Kommunalforum arbeitet dafür mit Partnern wie Creditreform Dresden aktiv zusammen.

Insolvenzgefährdet: Kleine Gewerbetreibende aus dem Gastgewerbe

Die vorliegende Untersuchung zeigt: Insolvenzgefährdet sind insbesondere die Unternehmen aus dem Gastgewerbe. Hier liegt das Ausfallrisiko bei 4,1 Prozent. Aber auch der Bau ist weiter Sorgenkind mit einer Ausfallquote von 4 Prozent.
Bei den Rechtsformen sind die Gewerbetreibenden mit einem Risikoindikator von 3,7 Prozent das Schlusslicht. Auch die Einzelfirma weist ein überdurchschnittliches Insolvenzrisiko von 2,3 Prozent aus. Bessere Ergebnisse erzielen die GmbH & Co. KG (1,2 Prozent) sowie die OHG und KG (1,3 Prozent). Relativ gut stehen auch die beiden Kapitalgesellschaftsformen GmbH (1,9 Prozent) und AG (1,7 Prozent) da. Pauschal formuliert trifft die Aussage, je höher der Umsatz, desto geringer das Ausfallrisiko, für die Risikostruktur der Unternehmen in Dresden zu. Gut 87 Prozent der Dresdner Unternehmen generieren einen Jahresumsatz von weniger als 500.000 Euro und unterliegen damit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 2,53 Prozent. Zum Vergleich: Ein Unternehmen, das mehr als 25 Millionen Euro im Jahr umsetzt hat nur eine Ausfallwahrscheinlichkeit von einem Prozent.

Beratungsangebote für kleine Unternehmen verstärken

Für das Kommunalforum ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass vor allem kleinere Unternehmen mehr Unterstützung in Form von Krisenvorbeugung und aktiver Krisenbewältigung benötigen werden. Doch melden gerade diese sehr zaghaft und oft zu spät ihren Beratungsbedarf an. Darauf wollen sich die Akteure des Netzwerkes einstellen und verstärkt auf die Möglichkeiten und das Leistungsprofil ihrer Arbeit aufmerksam machen. Je eher Unternehmen dieses Angebot nutzen, desto größer sind ihre Chancen, Existenzkrisen zu erkennen und erfolgreich zu überwinden.

Anfragen zu diesem Thema können an das Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit Dresden (kommunalforum(at)dresden.de) sowie direkt an die einzelnen Netzwerkpartner gerichtet werden.

 

Pressemeldung vom 13.10.2008

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