Jahrestagung und Sommerfest: Gesundheit und Fitness - zwischen Tastatur und Terminstress

Gesundheit am Arbeitsplatz als wesentlicher Erfolgsfaktor mittelständischer Unternehmen - dieses Thema war Schwerpunkt auf der Jahrestagung und dem anschließenden Sommerfest des RKW Sachsen e. V. und der RKW Sachsen GmbH am 23. Juni 2009 auf Schloss Wackerbarth.

Gesundheitsförderungsprogramme im Betrieb verringern die Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten um bis zu 34 Prozent, haben die Krankenkassen berechnet. Rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Forschung nutzten die Gelegenheit, sich durch Vorträge hochrangiger Referenten über das Thema gesunde und moderne Arbeitsplätze zu informieren und miteinander auszutauschen.

Mitgliederversammlung

Maximilian Garbas, Vorstandsvorsitzender des RKW Sachsen Rationalisierungs- und Innovationszentrum e. V., begrüßte die rund 270 Gäste der Mitgliederversammlung und blickte auf die Arbeit des letzten Jahres zurück.
Helmut Müller, Geschäftsführer der RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung (100%ige Tochter des RKW Sachsen e. V.), stellte deren Aktivitäten 2008/2009 vor. Seine Bilanz: Das RKW Sachsen leistet vor allem grundlegende strategische Beratung und steht Unternehmen als starker und vertrauensvoller Partner auf dem Weg zu Konsolidierung und Wachstum zur Seite. Dies spiegelt sich in den aktuellen Zahlen: In der Periode vom 25.06.2008 bis 23.06.2009 wurden über 1.000 Unternehmen unterstützt und beraten. Gleichzeitig nutzten rund 4.800 Teilnehmer die etwa 500 Seminar- und Lehrgangsangebote.

Jahrestagung

300 interessierte Zuhörer auf der Jahrestagung

Durch die im Anschluss folgende Jahrestagung mit dem Thema „Gesundheit und Fitness – zwischen Tastatur und Terminstress“ führte die bekannte MDR-Moderatorin Anja Koebel.
Hochrangige Experten aus Politik, Wirtschaft und Medizin stellten in Vorträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz aus verschiedenen Perspektiven dar.

Wessinghage: „Mitarbeiter be- und entlasten“
Zum Auftakt sprach Professor Dr. Thomas Wessinghage, Ärztlicher Direktor der Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus Klinik. In seinem einstündigen Referat erläuterte er, warum es so wichtig ist, einen sportlichen Ausgleich zu der beruflichen Belastung zu schaffen. Er zeigte die volkswirtschaftlichen Konsequenzen auf, die ein fehlendes Engagement für die Gesundheit mit sich bringt: Aktuelle Schätzungen gehen von über 7 Mio. Diabetikern des Typs II aus und auch die Zahl der psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, steigt stetig. Prof. Wessinghage: „Ausreichende Bewegung kann den beiden 'Volkskrankheiten' Diabetes und Depression entgegen wirken. Dabei reichen drei Mal 40 Minuten Walking oder Jogging pro Woche, um sich gesund und fit zu halten – körperlich und geistig.“

Clauß: „Gesunde Personalpolitik ist familienfreundlich!“
Die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Christine Clauß, beschrieb in ihrem Vortrag, warum Familienfreundlichkeit ein Muss gesunder Personalpolitik ist. Die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt ein wichtiges Element sächsischer Wirtschaftpolitik dar – für die demographische Zukunft und den Wirtschaftsstandort Sachsen. „Familienfreundlichkeit ist kein 'sozialer Luxus', sondern eine Investition in eine gesunde Unternehmenslandschaft in Sachsen“, resümierte Clauß.

Beispiele und Initiativen zur Diskussion
Die anschließende Podiumsdiskussion vertiefte den Einblick in das Thema „Gesundheit und Fitness“. Neben Professor Wessinghage und Frau Clauß stellten sich Teilnehmer aus der Wirtschaft dem informativen Meinungsaustausch. Die Gäste gewannen bei dieser Gelegenheit Einblicke in laufende Projekte und konnten diese als Anregungen für die eigene Unternehmenspolitik mitnehmen.

PERFEKT für familienfreundliche Unternehmen
Bianca Steiner, Leiterin des Projekts PERFEKT - Familienfreundliche Unternehmen in Sachsen, betonte in der Diskussion den erheblichen betriebswirtschaftlichen Nutzen, den Unternehmen aus einer familienfreundlichen Orientierung ziehen können. Die vom RKW Sachsen geleitete Initiative PERFEKT informiert, vernetzt und unterstützt gezielt Unternehmen, um die Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor in Sächsischen Unternehmen weiter voranzutreiben.

Gemeinsam für besseres Betriebsklima
Ein weiteres Beispiel für Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung schilderte Ingrid Egerer von der Autobus Sachsen GmbH. Der Arbeitskreis Gesundheit schafft dort seit sechs Jahren gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen, erhöht die soziale Kompetenz bei Führungskräften und Mitarbeitern und stärkt die Verantwortung für die eigene Arbeit. Durch die Kommunikation und lösungsorientierte Zusammenarbeit verbesserte sich das psychosoziale Umfeld für alle Mitarbeiter, weshalb der Krankenstand signifikant zurück ging. Zusätzlich stieg der Grad der Mitarbeiterzufriedenheit, was auch für die Kunden spürbar und damit ein Umsatzfaktor ist.

Motivation durch Vorbild
Die Firma Partzsch Elektromotoren, bei der Diskussion vertreten durch den Firmeninhaber Thomas Partzsch, geht andere Wege, um Mitarbeiter zu einer gesunden Lebensweise anzuhalten: Durch die sportlichen Erfolge des Firmeninhabers als Leichtathlet werden die Mitarbeiter zum Sport motiviert. Am Firmenstandort Döbeln können die Beschäftigten kostenlos zweimal wöchentlich trainieren und die Sauna benutzen. Nach dem Motto „an apple a day keeps the doctor away“ („Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern.“) stellt das Unternehmen den Mitarbeitern kostenlos Äpfel und die Nutzung der aufgestellten Trinkwasserautomaten zur Verfügung.

Weniger Fehlzeiten – sinkende Kosten
Dr. Stefan Knupfer von der AOK PLUS zeigte mit konkreten Zahlen, dass sich betriebliche Gesundheitsförderung rentiert: So reduzieren sich Fehlzeiten um zwölf bis 36 Prozent in Betrieben, die an Gesundheitsförderungsprogrammen teilnehmen. Die AOK PLUS unterstützt deshalb Betriebe bei der Planung und Einführung solcher betrieblichen Programme.

Sommerfest

Beschwingte Klänge in festlichem Ambiente auf Schloss Wackerbarth

Auf den Terrassen des Schlosses Wackerbarth feierten die rund 450 Gäste bei musikalischer Untermalung durch das Dresdner Salonorchester. Dabei boten sich neben der Unterhaltung durch ein Pantomimen-Ensemble auch allerlei Möglichkeiten, etwas für das Wohlbefinden zu tun.
Am Stand der AOK PLUS nutzten viele Gäste die Gelegenheit eines Gesundheitschecks, bei dem Blutdruckmessung und Stresstest mögliche Risikofaktoren offenbarten. Wer aktiv werden wollte, testete an der Nintendo Wii-Konsole seine Schnelligkeit und auf dem Balance-Board seinen Gleichgewichtssinn. Eine entspannende Massage war ein weiteres gern genutztes Angebot des diesjährigen Sommerfests. Das reichhaltige Büfett mit kulinarischen Spezialitäten rundete das Paket aus Wohltaten für Leib und Seele ab. Vor der stimmungsvollen Kulisse der Elbweinhänge nutzten die Gäste die Gelegenheit zum unternehmerischen Erfahrungs- und Gedankenaustausch bis spät in die Nacht.

Für Fragen wenden Sie sich bitte an:
Doris Hantscho
Tel.: 0351 8322-372
E-Mail: hantscho(at)rkw-sachsen.de

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