Integriertes Umweltmanagement: Ökologische Verantwortung der Unternehmen

Mit dem 2007 eingeführten Umweltschadensgesetz sind die Anforderungen im betrieblichen Umweltschutz gestiegen. Damit einhergehende wirtschaftliche Risiken für die Unternehmen lassen sich durch ein Umweltmanagementsystem und entsprechend qualifizierte Mitarbeiter minimieren. Deshalb hat die TEQ GmbH Chemnitz in Kooperation mit der akkreditierten Prüfungsgesellschaft GZBB mbH ein neues Ausbildungssystem zum Umweltmanagement aufgebaut, das von der RKW Sachsen GmbH in Kooperation durchgeführt wird. Die Ausbildungsinhalte entsprechen den Forderungen der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA) für die Personalzertifizierung von Umweltfachpersonal.

Die Investition in Umweltschutzmaßnahmen bietet Unternehmen einige Vorteile:

  • Zulieferer, die umweltgerecht produzieren, grenzen sich von Mitbewerbern ab. Sie verschaffen sich Wettbewerbsvorteile, wenn sie damit auf die Wünsche ihrer Geschäftspartner reagieren. So hat etwa die Volkswagen AG (VW) 2005 eine Strategie verkündet, mit der sie ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in der gesamten Lieferkette aufbauen will.
  • Wer sein Umweltmanagement gegenüber der Öffentlichkeit darstellt, fördert sein Image. Für Unternehmen mit dokumentiertem Umweltmanagement können sich Genehmigungsverfahren beschleunigen. Denn geforderte Nachweise wurden bereits im täglichen Arbeitsablauf erstellt.
  • Umweltgerechtes Handeln ergibt sich aus der Notwendigkeit zum nachhaltigen Wirtschaften. Hier setzen hohe und weiter steigende Rohstoff- und Energiepreise die Rahmenbedingungen. Abfallvermeidungs- und Verwertungskonzepte helfen Kosten senken. Nicht zu vergessen: Betriebe, die ihre Umweltschutzkonzepte nachweislich einhalten, reduzieren damit ihre Prämien zur Umwelthaftpflichtversicherung.

Umweltmanagementsysteme

In einem Umweltmanagementsystem werden Maßnahmen zum Umweltschutz festgelegt, aufgezeichnet und deren Einhaltung überwacht. Wesentliche Inhalte sind:

  • Definition der Umweltpolitik für die betreffende Anlage durch die Unternehmensleitung mit Planung und Festlegung der notwendigen Vorgehensweisen
  • Festlegung von Organisationsstruktur und Verantwortung
  • Einbeziehung und Schulung von Mitarbeitern
  • Wirksame Prozesskontrolle
  • Vorbereitung und Reaktion auf Notfälle
  • Sicherstellung der Einhaltung von Umweltrechtsvorschriften
  • Emissionsmessung und -überwachung
  • Möglichst unabhängige interne Revision (Audit)
  • Überprüfung durch das Spitzenmanagement

Mindern Sie Umweltrisiken durch integrierte Managementsysteme

Ein in die normalen Geschäftsabläufe integriertes Umweltmanagementsystem bietet den Vorteil, dass alle Anforderungen, die ein Unternehmen erfüllen muss - Normen, Richtlinien und Verfahrensweisen - in einem System und einer  Dokumentation vereint sind. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, das Unternehmen als Ganzes zu steuern und zu optimieren. Unternehmen, die damit arbeiten, schätzen die Synergieeffekte, die beispielsweise darin liegen können, dass sich Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsanforderungen zum Teil überschneiden.
Die nachweisliche Einhaltung des geltenden Umweltrechts vermindert das Haftungsrisiko der Unternehmensleitung. Um in Haftungsfragen notfalls auch vor Gericht bestehen zu können, braucht man eine festgelegte Aufbau- und Ablauforganisation. In ihr werden verschiedene Pflichten zugeordnet:

  • Anweisungspflichten (schriftliche Anweisungen für alle sicherheitsrelevanten Sachverhalte erstellen)
  • Auswahlpflichten (sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter die Aufgaben zeitlich erfüllen kann und entsprechend qualifiziert ist)
  • Überwachungspflichten (Art und Umfang entsprechend dem Risiko- und Gefährdungspotenzial zuweisen).

Wichtig sind außerdem

  • klare Delegierung von Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung (schriftlich, eindeutig)
  • Kooperationsregelungen (Zusammenwirken der Verantwortlichen bzw. Beauftragten) mit einem Anweisungssystem (Dokumentation der getroffenen Festlegungen) und einem Nachweissystem (systematische und nachvollziehbare Aufzeichnungen).

Auf einen Blick: die Rechtslage

  • Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Umwelthaftung zur Vermeidung und Sanierung von Umweltschäden - kurz Umweltschadensgesetz - gilt seit November 2007. Nachzulesen im Bundesgesetzblatt unter: http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/bgbl107s0666.pdf
  • Als Reaktion auf das Gesetz wurde von Firmenversicherern die neue Umweltschadenshaftpflichtversicherung entwickelt. Vor dem Abschluss den firmenspezifischen Versicherungsbedarf ermitteln!
  • Die für die Zertifizierung eines Umweltmanagementsystems einschlägige Norm ist die DIN EN ISO 4001. In Schriftform - wie alle Normen - erhältlich beim Beuth-Verlag.

Die TEQ Chemnitz GmbH und die akkreditierte Prüfungsgesellschaft GZBB mbH haben ihr neues Ausbildungssystem zum Umweltmanagement mit dem Ziel aufgebaut, den steigenden Anforderungen an qualifiziertes Umweltfachpersonal gerecht zu werden.  In Kooperation mit dem RKW Sachsen werden im April folgende Lehrgänge durchgeführt.

Autor: Dr. Reinhard Liesigk, TEQ Chemnitz GmbH

Lehrgänge des RKW Sachsen/TEQ für Umweltmanagement im April 2008
Umweltmanagementbeauftragter

Schwerpunkte: umweltrechtliche Anforderungen und Bewertung der Einhaltung, Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes, moderne Umweltschutztechnologien. Der Lehrgang trägt zur Einhaltung von Anforderungen der DIN EN ISO 14001 und zur Risikominimierung im Unternehmen bei.

Lehrgangsinhalt

14.04. - 15.04.2008: Anforderungen der relevanten Gebiete des Umweltrechts an den betrieblichen Umweltschutz: Immissionsschutzrecht, Abfallrecht, Wasserrecht, Chemikalienrecht, Gefahrgutrecht.
18.04. - 19.04.2008: Beherrschung der betrieblichen Umweltaspekte und Umsetzung der Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen.

Interner Umweltauditor / Umweltbetriebsprüfer

Interne Umweltaudits (DIN EN ISO 14001 ff.) bzw. Umweltbetriebsprüfungen (VO (EWG) Nr. 761/2001) dienen der ständigen Verbesserung des Umweltmanagementsystems. Für die Planung, Durchführung und Auswertung dieser Audits und Prüfungen sind geeignete Mitarbeiter zu qualifizieren.

Zielgruppe: Führungskräfte mit Hoch- oder Fachschulausbildung, die als interne Umweltauditoren bzw. Umweltbetriebsprüfer tätig sind oder tätig werden

Dreitägiger Lehrgang: 01.- 03.04.2008

Ort für beide Lehrgänge: Canaletto Hotelbetriebs GmbH Mercure Hotel Dresden Elbpromenade, Hamburger Straße 64 - 68, 01157 Dresden

Infos und Anmeldung:
Margitta Schanze
Tel.: 0351 8322-333
E-Mail: wbildung(at)rkw-sachsen.de

 

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