Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit Dresden

Team „Pro Mittelstand“ informiert: Verändertes Finanzierungsumfeld für kleine und mittelständische Unternehmen

Das Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit Dresden ist ein Bündnis aus Vertretern der Dresdner Kommunalpolitik, Wirtschaft, Forschung und Bildung sowie Finanzexperten. Auch das RKW Sachsen ist Mitglied dieser Arbeitsgruppe und will zur Sensibilisierung der Unternehmen für eine bessere Kommunikation ihrer wirtschaftlichen Lage gegenüber Finanzieren in Form einer Artikelserie beitragen.

Die Finanzierungssituation mittelständischer Unternehmen ist unter Druck geraten. Die Gründe hierfür liegen zum einen in Veränderungen der allgemeinen finanziellen Rahmenbedingungen. Hier sind vor allem die veränderte Kreditvergabepolitik in Folge von Basel II und aufgrund zu geringer Eigenkapitalquoten vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen KMU) zu nennen. Zum anderen wirkt sich die Finanz- und Wirtschaftskrise negativ auf die Finanzierungsmöglichkeiten von KMU aus. Die KfW Bankengruppe stellt in ihrem Kreditmarktausblick im Dezember 2009 dazu fest, dass die Abwärtsdynamik am Kreditmarkt im 3. Quartal 2009 deutlich zugenommen hat. Der Rückgang der Kreditneuzusagen bewegt sich demnach in einer Dimension, die zuletzt in der Rezession der Jahre 2003 und 2004 beobachtet werden konnte.

Laut ifo-Konjunkturtest im Dezember 2009 beklagen 44,3 Prozent der befragten Unternehmen eine restriktive Kreditvergabe der Banken. Gleichzeitig sehen sich Kredit suchende Mittelständler mit kontinuierlich steigenden Anforderungen der Banken an Eigenkapitalquote, Sicherheiten, Transparenz und Dokumentation konfrontiert. Wie das Beispiel der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zeigt, kann von einer flächendeckenden Kreditklemme dennoch nicht die Rede sein. Die Kreditzusagen des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts übertrafen 2009 sogar leicht die Werte des Vorjahres.  Dass die Anforderungen an die Unternehmen bei der Kreditvergabe auf breiter Front gestiegen sind, bestätigt dennoch auch der sächsische Mittelstand. So gaben in Sachsen im Herbst 2009 81 Prozent der an einer Unternehmensbefragung beteiligten Unternehmen an, dass Banken höhere Sicherheiten verlangen als früher. Den größer gewordenen Informationsbedarf der Banken im Zuge der Kreditprüfung bestätigten 57 Prozent der befragten sächsischen Unternehmen.

Bedeutung alternativer Finanzierungsformen steigt

In der Folge steigt die Bedeutung alternativer Finanzierungsformen für KMU weiter an. So ist der Lieferantenkredit nach der Innenfinanzierung und Bankkrediten längst zur wichtigsten Finanzierungsquelle insbesondere für kleine Unternehmen geworden. Nach Berechnungen der Bundesbank leihen deutsche Unternehmen sich über Lieferantenkredite gegenseitig rund 320 Milliarden Euro.[h2] Sie tragen damit stärker zur Unternehmensfinanzierung bei als kurzfristige Bankkredite, die 2008 rund 300 Milliarden Euro ausmachten. Lieferantenkredite sind durch gestiegene Ausfallrisiken und die Verschlechterung des Zahlungsverhaltens für die liefernden Unternehmen zu einem riskanten Geschäft geworden. Hier gilt es, Risiken mit Hilfe von Warenkreditversicherungen oder Wirtschaftsauskünften zu identifizieren und zu steuern. „Diese Steuerungsprozesse können allerdings nur dann greifen, wenn Kreditversicherern und Auskunfteien risikorelevante Informationen wie die vollständigen Bilanzen der beteiligten Unternehmen vorliegen“, so Thomas Schulz von Creditreform Dresden.

Die Bedeutung einer aktiven Finanzkommunikation steigt vor dem Hintergrund all dieser Entwicklungen automatisch an. Dies gilt sowohl für die Finanzkommunikation gegenüber Banken als auch gegenüber Auskunfteien und Warenkreditversicherern. Dazu Günter Sauer von der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG „Angesichts der derzeitigen angespannten Wirtschaftslage und vor dem Hintergrund weiter zunehmender Insolvenzzahlen, ist es für uns als Kreditversicherer wichtig, immer rechtzeitig und umfassend informiert zu werden. Vor allem aktuelle Bilanzdaten der Abnehmer sowie Informationen zu deren Liquiditätslage sind ein wesentlicher Bausstein einer soliden Risikoeinschätzung und damit Grundlage für die Gewährung von Deckungsschutz“. Mit einer offenen Finanzkommunikation gegenüber ihrer Bank können Unternehmen viel zum Entstehen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit ihrem Kreditinstitut beitragen, die auf Transparenz und Berechenbarkeit basiert. „Je ehrlicher und regelmäßiger der Berater Auskunft über alle relevanten Kennzahlen und Entwicklungen in einem Unternehmen erhält, desto klarer stellt sich die Unternehmensituation dar, anhand derer man sich gemeinsam über mögliche Finanzierungswege verständigen kann.“, so Thomas Stein, Firmenkundendirektor der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

„Das RKW Sachsen unterstützt Unternehmen in Finanzierungsfragen, ob ganzheitliche Finanzierungskonzepte und deren Begleitung bei der Umsetzung, der Durchführung einer ratingorientierten Risikoanalyse zur Optimierung der Finanzierungskosten oder auch das Mobilisieren von privaten und staatlichen Beteiligungskapital.“, erklärt Jürgen Zuschke, Prokurist der RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung sowie Mitglied des Arbeitskreises Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit Dresden.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, bin ich Ihr Ansprechpartner:

Jürgen Zuschke
Telefon: 0351 8322-483
E-Mail: zuschke(at)rkw-sachsen.de

Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit; Dresden

Das Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit Dresden ist ein Bündnis aus Vertretern der Dresdner Kommunalpolitik, Wirtschaft, Forschung und Bildung sowie Finanzexperten. Von der Gründung 1996 bis heute hat es sich zu einer treibenden Kraft in der Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Dresden entwickelt.
Das Kommunalforum schafft eine Plattform zur gemeinsamen und projektorientierten Problemidentifikation und -lösung. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Strukturwandel und die Weiterentwicklung des Standorts Dresden zu unterstützen und zur Mobilisierung des unternehmerischen Potenzials sowie zur Beschäftigungsförderung beizutragen. In diesem Zusammenhang spielen Bestandssicherung von KMU, Gründerförderung sowie Ausbildung und Qualifizierung von Arbeitskräften eine zentrale Rolle.

Einige Themen des Kommunalforums:

  • Aufbau eines »Kompetenz- und Businessnetzwerkes Dresdner Mittelstand«
  • Mitarbeit an der Entwicklung neuer Berufsbilder und -formen integrierter Ausbildung
  • Mitarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zur Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit und zur Wiedereingliederungsförderung in den Arbeitsmarkt
  • Koordinierung und Bündelung von Initiativen verschiedener Akteure zur Entwicklung der Wirtschaft
  • Zusammenarbeit und Abstimmung der Branchennetzwerke bei Aktivitäten im Standortmarketing

Kontakt:
Kommunalforum für Wirtschaft und Arbeit
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Dr.-Külz-Ring 19
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Telefonnummer: 0351488-2226 o. –2379
E-Mail Adresse: kommunalforum(at)dresden.de oder zuschke(at)rkw-sachsen.de

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