Projekt "KMUflex"

Flexibilisierungsstrategien für kleine und mittlere Unternehmen „KMUflex“ erarbeitet Methoden und Instrumentarien für industriellen Mittelstand

Flexibles Agieren ist nicht nur in Krisenzeiten notwendig. Unternehmen sind ständig gefordert, ihre Organisations- und Managementprozesse aktuellen Technik- und Wirtschaftsentwicklungen anzupassen und dabei das Verhältnis zwischen Flexibilität und Stabilität optimal auszubalancieren.

Was in großen Konzernen in eigenen Abteilungen strategisch geplant wird, muss im Mittelstand meist neben dem Tagesgeschäft realisiert werden und wird deshalb oft nur punktuell genutzt. Das Projekt „KMUflex“ will Methoden und Instrumentarien entwickeln, welche den kleineren Unternehmen diese Prozesse erleichtern.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und von der RKW Deutschland GmbH gesteuerte Verbundvorhaben zielt auf ein ganzheitliches Konzept zur Anwendung individueller  Flexibilisierungsstrategien in industriellen KMU. Partner sind die RKW-Gesellschaften Berlin-Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA Ost. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz.

„Wir analysieren, welche Flexibilisierungsstrategien kleine und mittlere Unternehmen bereits verwenden, inwiefern Konzepte der Konzerne adaptierbar sind und  welche generellen Rahmenbedingungen für KMU gegeben sein sollten“, informiert Institutsleiter Prof. Dr. Egon Müller. Im Ergebnis soll ein ganzheitliches Konzept geschaffen werden, das Empfehlungen zu geeigneten Strategien ausspricht. Neu an diesem Projektansatz ist, dass stabilitätsförderliche Faktoren bei der Auswahl von betrieblichen Flexibilisierungsstrategien berücksichtigt werden. „Eine Flexibilisierung darf nicht um jeden Preis durchgeführt werden. Im Vordergrund müssen immer Stabilitätsaspekte stehen“, sagt Prof. Müller.

In das Projekt einbezogen sind rund 100 Unternehmen aus vier Branchen. Der VDMA Ost untersucht das Thema im mitteldeutschen Maschinen- und Anlagenbau. Das RKW Berlin-Brandenburg beleuchtet Firmen im Netzwerk Energietechnik/Erneuerbare Energien seines Gebietes. Das RKW Sachsen-Anhalt widmet sich Betrieben im Netzwerk Hochleistungsverbundwerkstoffe/Composite. Das RKW Sachsen analysiert Flexibilisierungsstrategien im Netzwerk Präzisions- und Feinwerktechnik des Freistaates. Rund 650 Firmen sind in Sachsen diesem Bereich zuzuordnen, hat eine Studie der T.O.P.-Gesellschaft für angewandte Arbeitswissenschaften mbH Heidenau ergeben. „Diese Betriebe sind traditionell sehr innovativ. Ihre Leistungen fließen in nahezu alle Industriezweige ein. Sachsen gehört mit diesem Branchenpotenzial zu den vier TOP-Standorten in Deutschland. Ein Nachteil ist, dass diese Firmen eher klein sind. Ein Projekt wie ‚KMUflex‘ kann ihnen helfen, im zunehmenden Wettbewerb ihre Stärken zu behaupten“, sagt Dr.  Klaus Gersten von der T.O.P. GmbH. Die Gesellschaft hat mit dem IMPRO e. V. bereits ein regionales Netzwerk Präzisionsmechanik und Feinwerktechnik für das von der Uhrenindustrie geprägte Osterzgebirge aufgebaut.

Für das RKW Sachsen bietet „KMUflex“ Ansätze für weitere Branchen. „Nach der Analysephase erarbeiten wir gemeinsam einen Leitfaden für mögliche Modelle und werden diese in betrieblichen Anwendungsprojekten testen. Daraus gewinnen wir Erkenntnisse, die wir für die Diagnose und Realisierung unternehmerischer Aufgabenstellungen in anderen Bereichen einsetzen können“, weist Dr. Claudia Scholta, verantwortlich für das Projekt bei der RKW Sachsen GmbH, auf dessen Nachhaltigkeit hin.

Weitere Informationen
erhalten Sie bei:
Dr.-Ing. Claudia Scholta,
Tel.: 0371 5347-368,
E-Mail: scholta(at)rkw-sachsen.de.

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