Auto der Zukunft: Sachsen bestimmt den Kurs

Zu der Pressereise hatte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit am 24. und 25. September eingeladen. Die in Verantwortung der RKW Sachsen GmbH arbeitende Verbundinitiative war federführend an der Organisation beteiligt und stellte auch Projekte aus ihrer Arbeit vor.

Im Kern: Brennstoffzellentechnik

Einblicke in die Brennstoffzellenentwicklung  boten das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) und in der Staxera GmbH, Dresden. Mit über 80 Mitarbeitern ist das IKTS der Kern des größten europäischen Clusters in der Hochtemperatur-Brennstoffzellentechnik. Seit 1992 wird an diesen SOFC genannten Produkten gearbeitet. 2003 begann die Kooperation mit H.C.Starck und Webasto zur Entwicklung von SOFC-Stapeln für die Bordstromversorgung von Fahrzeugen. Daraus entstand 2005 die Staxera GmbH, welche die Stacktechnologie kommerzialisiert hat und weltweit vertreibt. „Die Technologie ist nach heutigem Stand u. a. für  Heizung und Stromversorgung in Caravans oder für die Warenkühlung in Lkw geeignet. In Pkw wird sie nicht vor 2020 Einzug halten. Sie geht einher mit der Batterie-entwicklung und neuen elektrischen Antriebskonzepten“, erläuterte Staxera-Geschäftsführer Dr. Christian Wunderlich.

Neue elektrische Antriebskonzepte

Lösungsansätze im Bereich der Antriebskonzepte präsentierten die Kamenzer Unternehmen Li-Tec Battery GmbH & Co. KG sowie Evonik Litarion GmbH zu sehen. Litarion produziert Elektroden und keramische Separatoren, die bei Li-Tec zu großformatige Lithium-Ionen-Zellen bzw. –Batterien komplettiert werden. Während diese Speicher momentan noch vorwiegend für industrielle An-wendungen genutzt werden, soll das Verhältnis bald zugunsten der Auto-mobilindustrie kippen. „Wir wollen von Kamenz aus den europäischen Markt beliefern“, betonte Li-Tec-Geschäftsführer Dr. Andreas Gutsch.  Die Batterieexperten intensivieren deshalb die Entwicklungen zur Lithium-Ionen-Technologie. „Wir bilden dafür in der Region einen guten Nukleus mit zahl-reichen Hochschulen und Forschungsinstituten und nutzen die Kooperation mit AMZ“, bekräftigt der Geschäftsführer.

Zukunftsthema Elektroauto

Geballtes Know-how für den gesamten Antriebsstrang demonstrierten die Fachleute des Chemnitzer Entwicklungszentrums der IAV GmbH. Die mehr als 500 Mitarbeiter decken die gesamte Bandbreite in der Motorenentwicklung ab – von Otto- und Dieselaggregaten über Gas- und Hybridantriebe bis zu Elektro-fahrzeugen einschließlich der notwendigen elektronischen Steuergeräte. Das Unternehmen plant den Ausbau der Kernkompetenzen zum Thema Elektroauto und fördert die Qualifizierung sowie Kooperation sächsischer Lieferanten für dieses Thema. Die Verbundinitiative AMZ unterstützt diesen Prozess.

Weltneuheit: mobiler Kommunikationsknoten

Welche Leistungen aus der AMZ-Projektarbeit resultieren, wurde während der Pressereise an einem als mobilen Kommunikationsknoten ausgerüsteten Pkw deutlich. Das Fahrzeug kann beispielsweise in Krisengebieten innerhalb kürzester Zeit Telefon-, Internet- und weitere Informationsverbindungen herstellen. Das Besondere an dieser Applikation ist deren Miniaturisierung. Diese basiert auf einem Serien-Pkw, braucht nur eine Person zur Bedienung und lässt sich problemlos mit Flugzeug, Schiff oder anderen Verkehrsmitteln über weite Strecken zum Einsatzort transportieren. Dieser in einem AMZ-Netzwerk realisierte mobile breitbandige Kommunikationsknoten auf Pkw-Basis gilt mit den genannten Merkmalen als Weltneuheit.

Wachstumskern TeMak mit Alleinstellungsmerkmal

Ein technologisches Alleinstellungsmerkmal zeichnet auch den Wachstumskern TeMaK aus – das Gießwalzen von Magnesiumblechen. Das ThyssenKrupp-Unternehmen Magnesium Flachprodukte GmbH Freiberg stellte das gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg entwickelte innovative Verfahren vor. Diese Technologie, mit der es gelingt, Magnesiumbleche kostengünstig zu produzieren, bildet eine der Grundlagen von TeMaK. Hinter dem Kürzel steht ein Netzwerk aus 16 Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die bis 2010 eine Technologieplattform zum Einsatz von Magnesium-Knetlegierungen für den Fahrzeugbau im Produktlebenszyklus aufbauen. AMZ hat wesentliche Vor-arbeiten dafür geleistet. Sowohl mit Untersuchungen zum Einsatz von Magnesiumblech im Automobilbau als auch mit Qualifizierungskonzepten zur Kompetenzentwicklung trug die Verbundinitiative bei, sächsische Zulieferer für die Nutzung dieses Leichtbauwerkstoffes fit zu machen.

Als Ansprechpartnerin für die Projekte des AMZ stehe ich Ihnen gern zur Verfügung:
Dr. Claudia Scholta
Tel.: 0371 5347-368
E-Mail: scholta(at)rkw-sachsen.de

 

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