Imagestudie zu sächsischen Wohnungsgenossenschaften vorgestellt - so denkt Sachsen
Dass Wohnungsgenossenschaften günstigen Wohnraum bieten, ist jedem Dritten in Sachsen bekannt, jeder Fünfte nennt Gemeinschaftsgedanken und Mitbestimmung als ihre herausragenden Merkmale. Aber gerade die wichtige Zielgruppe der jungen Menschen weiß wenig darüber, so eine kürzlich veröffentlichte Studie zum Image von Wohnungsgenossenschaften in Sachsen.
Die Studie wurde vom Verband der Sächsischen Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG) in Zusammenarbeit mit RKW Expert und der tradu4you® GmbH durchgeführt. Damit setzen die Partner ihre fruchtbare Zusammenarbeit in Sachen Zukunftsfähigkeit fort: Im Vorjahr haben sie die Internetauftritte der sächsischen Wohnungsgenossenschaften analysiert (RKW Wirtschaftsbrief, Ausgabe September/Oktober 2007). Zeitgleich mit der diesjährigen Veröffentlichung der Umfrageergebnisse fanden am 23./24. September die 17. Tage der Sächsischen Wohnungsgenossenschaften statt. Fast 300 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft tagten im Internationalen Congress Center Dresden zu Zukunftsthemen der Wohnwirtschaft wie Wohnformen, Wohnwünsche, Arbeits- und Lebensbedingungen in Sachsen, Einsatz regenerativer Energien.
Auch mit der jetzt veröffentlichten Studie bauen die sächsischen Wohnungs-genossenschaften an ihrer Zukunft. Denn wer weiß, wie das eigene Bild in der Öffentlichkeit beschaffen ist, der kann die angestrebten Zielgruppen künftig erfolgreicher ansprechen. Der RKW Sachsen Wirtschaftsbrief sprach mit Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG, über Ergebnisse der Studie.
Redaktion: Welche Überlegungen gaben den Ausschlag, das Bild der Wohnungsgenossenschaften in Sachsen zu erforschen?
Dr. Viehweger: Aus dem Kontakt zu den Mitgliedern der Genossenschaften und zu potenziellen Interessenten wussten wir, dass Menschen unterschiedliche Sachverhalte mit dem Thema „Wohnungsgenossenschaft“ verbinden. Daher war es uns wichtig, diese verschiedenen Meinungen auf wissenschaftlich-statistischer Basis zu erfassen und zu analysieren. Zum Beispiel interessierte uns: Welche Meinung haben die jungen Sachsen? Oder: Was denkt die ältere Generation? Das Ergebnis der Studie hat uns überrascht, denn fast jeder fünfte Befragte nannte als Vorteil von Wohnungsgenossenschaften die Mitbestimmung.
Bedeutet das auch, dass sich die Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften als Miteigentümer wahrnehmen?
Das ist zum einen eine Frage des Alters. Des Weiteren spielt auch das persönliche Engagement innerhalb der Genossenschaft eine wichtige Rolle. Denn nur wer das Leben in einer Genossenschaft aktiv mitgestaltet, fühlt sich auch als Miteigentümer.
Finden sich genügend Mitglieder, die sich in der Gremienarbeit engagieren?
Hier zeigen viele Mitglieder sehr großes Engagement. Jedoch sehe ich bei jüngeren Genossenschaftlern da noch Handlungsbedarf. Sie müssen noch stärker an das Thema herangeführt werden.
Zu welchen Ergebnissen ist die Studie im Segment der befragten jungen Menschen gekommen?
Unsere Ergebnisse zeigen, dass vor allem Jüngere im Alter von 18 bis 29 Jahren, die noch nie in einer Genossenschaft gewohnt haben, kaum Kenntnis von dieser Rechts- und Unternehmensform haben. Wir müssen somit noch mehr zum Thema Wohnungsgenossenschaften informieren und ihre Neugier auf eine preiswerte und moderne Wohnform wecken.
Mit dem Wettbewerb "Wohnrevolution – Sei ein Visionär" sprechen Sie bereits junge Leute an. Er läuft seit September 2008. Ein erster Schritt in Richtung Ihrer künftigen Zielgruppe?
Schon im letzten Jahr hatten wir zusammen mit einem Radiosender und in einer Informationsbroschüre die „Wohnrevolution“ ausgerufen. Ziel war es, zunächst auf die Besonderheiten und Vorteile der Wohnungsgenossenschaften aufmerksam zu machen. Die Kampagne ist sehr gut gelaufen, deshalb haben wir sie fortgesetzt. Dieses Jahr sind wir einen Schritt weitergegangen. Unter dem Motto „Wohnrevolution – Sei ein Visionär“ haben wir junge Menschen aufgerufen, uns ihre Vorstellungen des Lebens in einer Wohnungsgenossenschaft mitzuteilen. Sie können ihre Ideen in Form von Texten, Zeichnungen, Collagen, Fotos, Videobeiträgen oder Bastelarbeiten einreichen. Die besten Ideen und kreativsten Arbeiten werden ausgezeichnet. Mit dem Wettbewerb wollen wir ergründen, welche Vorstellungen und An-forderungen die heranwachsende Generation bezüglich zukünftiger Wohn-formen hat. Das Ergebnis werden wir gemeinsam mit den Studienergebnissen nutzen, um unsere regionalen und überregionalen Marketingaktivitäten entsprechend anzupassen bzw. noch mehr auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen zu können.
Die Studie „Einer für alle, alle für einen. Studie zum sächsischen Wohnungsmarkt 2008“ kann bezogen werden beim
Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.
Antonstr. 37
01097 Dresden
Telefon: 0351 80701-0
Telefax: 0351 80701-60
E-Mail: verband(at)vswg.de
Internet: www.vswg.de
Bei Fragen zum Thema Wohnungsgenossenschaften sprechen Sie mich an:
Johann Varga
Tel.: 0351 8322-350
E-Mail: varga(at)rkw-sachsen.de
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