Evaluierung der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) - Spitzenergebnisse bestätigt

Wissenschaftler der TU Chemnitz haben die Arbeit des Netzwerkes Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) untersucht und evaluiert. Ihr Ergebnis: AMZ hat deutlich zur Verbesserung der Position sächsischer Automobilzulieferer im Wettbewerb beigetragen. Das Buch „Automobile Netzwerkkompetenz“ dokumentiert die Evaluierungsergebnisse und bietet Anregungen über die Branche hinaus.

Netzwerke sind umso nutzbringender, je innovativer ihr Gegenstand ist und je zielkunden- sowie ergebnisorientierter sie arbeiten. Nach diesen Kriterien handelt die Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) - und ist damit sehr erfolgreich. Das ist das Ergebnis einer evaluierenden Untersuchung des Instituts für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme  der Technischen Universität Chemnitz. Das Institut hat die Arbeit der in Verantwortung der RKW Sachsen GmbH tätigen Verbundinitiative bewertet. Untersucht wurden Vorgehensweisen und Resultate in der zweiten Phase von AMZ zwischen 2003 und 2006. Außerdem wurde ein Vergleich mit den Wirkungen der Phase I zwischen 1999 und 2002 gezogen. 

Mehr als 4.000 Arbeitsplätze werden entstehen

Die Wissenschaftler der TU Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Egon Müller und Dr. Ralph Riedel haben die Betrachtung von Zielen sowie die Wege zu ihrer Erreichung nicht nur auf der Ebene der Verbundinitiative und ihrer Netzwerke durchgeführt. Die Analysen umfassen vielmehr auch den Kontext mit Politik und Öffentlichkeit, die Wirkungen auf die Unternehmen sowie auf die gesamte Branchenentwicklung.

Die ausgewerteten Daten besagen, dass es AMZ seit Gründung 1999 gelungen ist, zur Verbesserung der Wettbewerbssituation in der sächsischen Automobilzulieferindustrie beizutragen. Das zeigt sich in kontinuierlich steigenden Mitarbeiter- und Umsatzzahlen bei den rund 750 Zulieferern und Dienstleistern. Die Mitwirkung in Netzwerken wird als ein Indikator für die positive Entwicklung der Unternehmen identifiziert.

Wachsende Basis des Netzwerkes

In der zweiten Phase hat AMZ zudem die Qualität der Projektarbeit weiter erhöht. Wurden von 1999 bis 2002 etwa 40 Prozent alle Ansätze umgesetzt, kam im Zeitraum 2003 bis 2006 mindestens jeder zweite Projektansatz zur Realisierung. Bei Technologievorhaben erreichte die Quote mehr als 75 Prozent.

Rund ein Drittel der in AMZ-Netzwerken aktiven Unternehmen arbeitete an mehr als einem Verbund mit. Zum einen wurden Ausgangsprojekte thematisch fortgeführt, zum anderen entwickelten die Firmen aus der Zusammenarbeit neue Projektideen. Dabei engagierten sich neben etablierten Akteuren zunehmend neue Partner, so dass AMZ eine immer breitere Basis gewinnt.

Mehr als 240 Projekte realisiert

Über 90 Prozent der in der Evaluierung befragten Unternehmen gaben an, dass die Netzwerkarbeit in der Verbundinitiative einen mittleren bis starken Nutzen für sie besitzt.

AMZ hat bis zum 30. Juni 2008 über 240 Projekte ins Leben gerufen, in denen sich insgesamt fast 950 Firmen engagierten bzw. es noch tun. Aus der Projektarbeit resultieren beträchtliche Umsatz- und Arbeitsplatzpotenziale. So werden die beteiligten Unternehmen mittelfristig zusätzlich über zwei Milliarden Euro Umsatz generieren. Das sind etwa 15 Prozent der heute von der sächsischen Automobilindustrie erreichten Jahresleistung. Damit geht die Schaffung von mehr als 4.000 neuen Arbeitsplätzen einher.

Empfehlung: Weiterführung der AMZ-Initiative

Der Evaluierungsbericht gibt neben der Analyse der geleisteten Arbeit Empfehlungen für das weitere Handeln. Ausdrücklich sprechen sich die Wissenschaftler der TU Chemnitz für die Fortführung der Aktivitäten im Kooperationsbereich aus. Darüber hinaus sollten die Unternehmen intensiver bei der Stärkung ihrer Forschungs- und Entwicklungskompetenz, der Erschließung neuer, internationaler Märkte sowie der Fachkräfteentwicklung unterstützt werden. AMZ hat diese Themenfelder inzwischen für die Aktivitäten in Phase III bis 2012 festgeschrieben.

Ergebnisse entschlüsseln Erfolgsfaktoren für weitere Wirtschafts-Netzwerke

Ihre vollständigen Evaluationsergebnisse haben die Wissenschaftler im Buch mit dem Titel „Automobile Netzwerkkompetenz“ zusammengefasst.
Das 234-seitige Buch mit umfangreichem Zahlen- und Tabellenmaterial zur Automobilindustrie allgemein, zur Situation in Sachsen sowie zur Tätigkeit von AMZ ist ein Nachschlagewerk für all jene, die erfolgreiche Netzwerkarbeit leisten wollen. Es zeigt auf, dass dieses Ziel von vielfältigen Faktoren abhängig ist und bietet Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus der AMZ-Arbeit an, die Anregungen über die Automotive-Branche hinaus vermitteln.

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Frau Dr. Claudia Scholta
Tel.: 0371 5347-368
E-Mail: scholta(at)rkw-sachsen.de

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