Rating - die Einschätzung der Bonität eines Unternehmens
Die Ratingnote einer Firma bildet zusammen mit der Sicherheitenlage die Grundlage bei der Vergabe von Krediten und deren Konditionen. Jedoch wissen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nicht, wie sich die Ratingnote zusammensetzt und welche Möglichkeiten sie haben, diese zu beeinflussen. Unterstützung beim Abbau dieses Wissensdefizits bieten im Rahmen der Förderprogramme für KMU das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
Die Auswirkungen der sogenannten Finanzmarktkrise haben auch Auswirkungen auf viele kleine und mittlere Unternehmen - ohne dass diese selbst Schuld daran tragen. Wie eine Untersuchung der KfW Bankengruppe in ihrer Studie "RATING ALS KOMMUNIKATIONSCHANCE FÜR BANKEN UNDUNTERNEHMEN (Nr. 27, Juli 2010)" jüngst feststellte, verschlechterten sich insbesondere in 2009 die Ratingnoten der Unternehmen per Saldo. Die Zahl der Unternehmen, welche eine negative Entwicklung ihrer Ratingnote feststellten, hat sich von 2007 bis einschließlich 2009 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hat sich die Anzahl derjenigen KMU mit einer verbesserten Ratingnote nahezu halbiert. Das Rating ist ein wesentlicher Bestandteil der Bonitätsprüfungen der Banken und hat direkten Einfluss auf Kreditgewährungen und deren Konditionen. Aus diesem Grund kommt einer guten Kommunikation mit der Hausbank noch mehr Bedeutung zu als bisher (siehe auch Artikel "Kommunikation mit der Hausbank" RKW Sachsen Wirtschaftsbrief Ausgabe 5/6 2010).
Kommunikation der Hausbanken
Seitens der Kreditinstitute wird kaum oder nur sehr selten offen gegenüber KMU kommuniziert, wie die Ratingnote ermittelt wird. Die Untersuchung der KfW hat ergeben, dass nur rund 36% der kleinen und mittleren Unternehmen ihre Ratingeinschätzung durch ihre Bank näher erklärt bekommen. Bei 25% erfolgt die Mitteilung pauschal ohne Erläuterung. Außerdem halten sich Banken relativ stark bei Empfehlungen zur Verbesserung der Ratingnote zurück. Nur 38% der durch die Kfw befragten Unternehmen gaben an, mit der Ratingkommunikation ihrer Bank zufrieden zu sein. Im Fazit weiß somit nur jedes dritte Unternehmen, warum es welche Ratingnote hat und wie sich das auf Kreditverhandlungen und Kreditkonditionen auswirkt.
Fazit
Wenn ein KMU sein Rating nicht kennt oder nicht weiß woraus dieses sich ergibt, kann es bei Finanzierungsgesprächen mit seiner Bank kaum aktiv werden, ist mehr oder minder vor vollendete Tatsachen gestellt und auf die Aussagen der Bank angewiesen. Bei bankinternen Ratingsystemen werden beispielsweise neben den klassischen Finanzkennziffern auch Kriterien wie Managementqualität, Marktumfeld, Investitionsplanung und unternehmensspezifische Risiken berücksichtigt. Von zentraler Bedeutung sind auch neue Vorschriften wie die Eigenkapitalrichtlinien nach Basel II, künftig auch nach Basel III und die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk). Aus diesem Grund sind Kenntnisse über die Entstehung der Ratingnote und ihrer Beeinflussund unerlässluch. die daraus ableitende gründliche Vorbereitung auf das Gespräch mit der Hausbank ist inzwischen unverzichtbar. Egal ob eine Finanzierung nötig ist oder der Kontokorrentkredit verlängert werden soll: Nur wer weiß, was kritisch für seine Bilanz sein könnte, kann darauf reagieren.
Unterstützungsangebote für KMU Sowohl das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als auch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr haben in ihren Förderprogramme aktive Unterstützungsinstrumente hierfür geschaffen. Nähere Informationen hierzu können Sie unter: www.bafa.de bzw. www.sab.sachsen.de abrufen werden.
Für Fragen stehe ich Ihnen mit meinen Kollegen gern zur Verfügung:
Jürgen Zuschke
Bereichsleiter Qualitätssicherung geförderte Beratung
Tel: 0351- 83 22 348,
E-Mail: zuschke(at)rkw-sachsen.de
Kontakt
- Telefon: 0351 8322-30
- E-Mail schreiben
- Rückruf vereinbaren
Warenkorb
- Keine Veranstaltungen im Warenkorb



