Erfolgsfaktoren unternehmensübergreifender Kooperation

Die Dissertation ist in der Wissenschaftlichen Schriftenreihe des Institutes für Betriebswis-senschaften und Fabriksysteme, Technische Universität Chemnitz, Heft 48 veröffentlicht.

Die Veränderungen in den Wertschöpfungsstrukturen in der Automobilindustrie erfordern innovative Formen der Kooperation von kleinen und mittleren Unternehmen. Dabei stellen die systematische Verbindung von strategischen Netzwerken und wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmenskooperation eine besondere Herausforderung dar. AMZ-Projektkoordinatorin Dr.-Ing. Claudia Scholta entwickelte hierfür eine neue Gestaltungsmethodik. Grundlage ist eine umfangreiche empirische Untersuchung von Kooperationsprojekten in der sächsischen Automobilzulieferindustrie und daraus ermittelter Erfolgsfaktoren. Kern der Methodik ist die systematische Einbeziehung von Umfeldfaktoren in den Kooperationsaufbau und -betrieb. Entscheidende Bedeutung für den Projekterfolg hat die partizipative Einbindung des Zielkunden in die Projektarbeit. Besonderer Wert wurde bei der Wahl des methodischen Ansatzes auf die Praktikabilität und Adaptionsfähigkeit gelegt, so dass unter Anwendung der Methoden des Projektmanagements eine Beispielplanung für den Aufbau einer Unternehmenskooperation unter besonderer Berücksichtigung der Einbindung des Zielkunden entstand. Mit der vorgelegten Planung stehen neben den qualitativ-inhaltlichen Komponenten auch die quantitativen Bewertungen in Bezug auf Termine und Kosten zur Verfügung. 

Die Umsetzung der vorgestellten Erkenntnisse und Methoden wird insbesondere in der zweiten Phase der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen konsequent betrieben. Dabei wurden entsprechend der nachgewiesenen Bedeutung die Kriterien Zielkundeneinbindung und Innovationsgehalt als Voraussetzungen für die Projektförderung einbezogen. Durch die systematische Projektentwicklungsarbeit lässt sich eine Effizienzsteigerung bei der Generierung von Kooperationsprojekten in der Initiative von ca. 15% bis 20% nachweisen. Insofern leisten die Ergebnisse einen unmittelbaren Beitrag zur Effizienzsteigerung im Rahmen der Wirtschaftsförderung. Die vorgelegten Ergebnisse können, gleichwohl sie sich auf den spezifischen Untersuchungsgegenstand beziehen, auch Anregungen für die Gestaltung ähnlicher Kooperationsprojekte in anderen Branchen geben. Die Übertragbarkeit gewinnt insbesondere unter dem Aspekt verstärkt an Bedeutung, dass gegenwärtig aus wirtschaftspolitischer Sicht die Netzwerkstrategie des Freistaates Sachsen mit weiteren Verbundinitiativen strategisch ausgerichtet wird. Ähnliche Tendenzen gibt es aber auch im gesamteuropäischen Rahmen.

Artikel vom 04.10.2006

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