Keine Chance für Erfahrung und Kompetenz

Deutsche Unternehmen bieten wachsender Generation 50Plus kaum altersgerechte Möglichkeiten im Job

Unternehmen trauen Mitarbeitern über 50 kein Entwicklungspotenzial mehr zu. Das ergab eine Studie zur Arbeitszufriedenheit älterer Mitarbeiter erstellt von der Managementberatung Accenture. In dieser wurden erstmals die Erkenntnisse und das Denken der älteren Belegschaft zwischen 50 und 60 Jahren hinsichtlich der Arbeitgeberaktivitäten erfasst.

Das Bild, welches die Studie gibt ist katastrophal. Lediglich ein Drittel der Befragten ist mit den alterspezifischen Angeboten des Arbeitgebers zufrieden. Es mangelt an beruflichen Perspektiven, Leistungsanreizen, attraktiven Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die größte Unzufriedenheit kommt im Feld der zielgruppenspezifischen Lern- und Weiterbildungsangebote sowie den Maßnahmen zur Führung und Motivation zum tragen. Zwei Drittel der Befragten gaben an, ihr Arbeitgeber ermutige sie nicht auch über das Rentenalter hinaus für das Unternehmen tätig zu sein. Die überwiegend vorhandene hochgradige Erfahrung und Kompetenz spiele für die Unternehmen keine Rolle. Nur etwa jeder Zehnte hat die Chance, Erfahrung und Fachwissen in beratenden Positionen oder der Jugend- und Ausbildungsarbeit weiterzugeben – obwohl diese Aktivität sehr begehrt ist.

Angesichts der demographischen Entwicklung und der gerade in Sachsen hinzukommenden Abwanderung, den Nachwuchskräftemarkt betreffend, ist diese Dynamik fatal. Wenn überhaupt vorhanden, konzentriert sich die Masse an Maßnahmen für diese Arbeitnehmerzielgruppe auf finanzielle Vorsorge, Arbeitszeitanpassung und Gesundheitsprophylaxe. Das vorhandene Lernangebot entspricht weder den aktuellen Jobanforderungen oder den Lernbedürfnissen noch ist es zeitlich mit der täglichen Arbeit zu vereinbaren.

Weder der vorzeitige Ausstieg noch das perspektivlose Weiterarbeiten sind die Lösung für den sich verschärfenden Fachkräftemangel. Es geht auch nicht um den puren Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit jenseits der 50. Die Chance ist, wertvolle, verfügbare Ressourcen jedes Einzelnen optimal auszuschöpfen, egal in welchem Alter. Dazu braucht es Motivation und die Überzeugung, dass Menschen jeden Alters erhebliche Wertbeiträge leisten können. Und es braucht Konzepte, die längere Lebensarbeitszeiten mit sinnvollen Tätigkeiten, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bis ins hohe Arbeitsalter verbinden.

AMZ wird sich innerhalb des Bereichs Fachkräfte ab 2010 verstärkt der Thematik der alternden Belegschaft widmen und den Unternehmen einige der dringend benötigten Konzepte anbieten.

Für die Studie "Das Urteil der 50Plus" befragte das Marktforschungsinstitut Dialego im Auftrag von Accenture deutschlandweit 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter von 50 bis 65 Jahren aus mittelständischen und großen Produktions-, Dienstleistungs- und öffentlichen Unternehmen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter:

https://microsite.accenture.com/talentmanagement/Seiten/WorkforceStudie.aspx


Kontakt und Informationen:

Alexander Ladwig
Projektkoordinator Fachkräfte
Tel.:    +49 371 5347-135
Fax:    +49 371 5347-294
E-Mail: ladwig(at)amz-sachsen.de

Artikel vom 01.12.2009

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