"Wir werden Sachsens Zukunft gestalten" - RKW-Jahrestagung zeigt Stärken auf
Rund 400 Unternehmer, Politiker, Wirtschaftsexperten und Vertreter der Wissenschaft trafen sich am 27. Juni 2006 auf Einladung des RKW Sachsen in Dresden, um sich in verschiedenen Veranstaltungen mit dem Thema "Produktion am Standort Deutschland" auseinanderzusetzen und insbesondere Wege zu Sicherung und Ausbau der Wertschöpfung in Sachsen zu diskutieren.
Die Kombination aus Mitgliederversammlung, Jahrestagung und Sommerfest hat Tradition beim RKW, doch bei Temperaturen von um die 30 Grad bahnte sich ein Highlight an, das selbst die erfolgreichen Veranstaltungen aus den Vorjahren in den Schatten stellen sollte.
Mitgliederversammlung
Maximilan Garbas, Vorsitzender des Vorstandes des RKW Sachsen Rationalisierungs- und Innovationszentrum e. V. präsentierte bei sonnigem Wetter die wichtigsten Neuerungen des RKW Sachsen seit dem Jahr 2002 bis heute. Zu diesen gehören unter anderem die Gründung der Arbeitsgruppe AMZ (Automobilzulieferer Sachsen) aus dem Mitgliederkreis des RKW, die regelmäßigen AMZ-Loungen, die besonders viele Ideen und Impulse für Projekte liefern, sowie die Beteiligung des RKW Sachsen e. V. an der Gründung des Automobilcluster Ostdeutschland (ACOD). Strukturen, von denen die Innovations- und Wissensbasis des RKW stark profitiert hat.
"Jeder Unternehmenserfolg ist ein Erfolg für den Wirtschaftsstandort Sachsen"
Helmut Müller, Geschäftsführer der RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung, stellte in seiner dynamischen und humorigen Art die erfolgreiche Arbeit des RKW im "Automobilland Sachsen" dar. Die hohe Wachstumsdynamik in Sachsen bedeutet auch weiterhin viel Arbeit für die 500 aktiven RKW-Berater und Experten in den verschiedensten Unternehmensbereichen, vor allem aber auch in den neuen "Boom-Themen" wie z.B. Energiekostenoptimierung (wir berichten ausführlich dazu im folgenden Wirtschaftsbrief), Biosensorische Messtechnik oder dem Aufbau grenzüberschreitender Netzwerke.
Müller: "Das RKW ist als ´Sandwich-Unternehmen´ zwischen Politik und Wirtschaft in einer einzigartigen und vorteilhaften Situation." Da nicht zur Gewinnmaximierung gezwungen, kann das RKW seinen Kunden ein besonders nachhaltiges Beratungsangebot liefern. Müller: "Jeder Unternehmenserfolg ist ein Erfolg für den Wirtschaftsstandort Sachsen, denn erfolgreiche Unternehmen sind die Investoren von morgen. Wie die Unternehmen wird sich das RKW dem Wettbewerb stellen und Sachsens Zukunft gestalten."
Vorstand entlastet
Der Vorstand wurde mündlich ohne Gegenstimmen für seine Arbeit in der letzten Legislaturperiode (2002-2006) entlastet. Fünf Vorstandsmitglieder sind aus Altersgründen ausgeschieden, die dafür frisch bestellten sind:
- Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Südwestsachsen,
- Prof. Dr. Lothar Otto, Rektor der Hochschule Mitweida,
- Ernst Biermann, Geschäftsführer Car Trim,
- Dr. Jens Trepte, Geschäftsführer imk automotive GmbH,
- Dr. Eberhard Timm, Geschäftsführer ZWL Zahnradwerke Leipzig GmbH.
Sachsen, darin sind sich die Teilnehmer der Mitgliederversammlung einig, ist ein dynamischer Standort, dessen Chancen in den Medien meist ungenügend dargestellt werden. Automobil und Mikroelektronik sind die Basis für die Zukunft. Wie diese Position weiter ausgebaut werden kann, wurde auf der folgenden Jahrestagung des RKW Sachsen unter dem Thema "Produktion am Standort Deutschland - Wertschöpfung im Freistaat Sachsen sichern und ausbauen" thematisiert.
Jahrestagung
"Sachsen dynamischstes Bundesland mit hoher Produktivität"
Wolfgang Heinze, Präsident der Vereinigung der sächsischen Wirtschaft e. V. Sachsens, wies in seinem Vortrag unter dem Titel "Industrielle Wertschöpfung - Sachsen auf dem Weg zu früherer Stärke!?" darauf hin, dass in der sächsischen Industrie die Produktivität seit Jahren konstant und überdurchschnittlich wächst. Im nationalen Vergleich liegen die Lohnkosten pro Stunde deutlich unter dem westdeutschen Schnitt.
Es gibt noch mehr, das für Sachsen spricht: Der gute Bildungsgrad im Freistaat und die Tradition als Land der Forschung und Innovation, die hohe Lebensqualität, die vielen Industrieansiedlungen, die Nähe zu Osteuropa. Heinze: "Das ist leider oft unterbewertet, dabei hat Sachsen den Titel `dynamischstes Bundesland` zwei Mal in Folge gewonnen!"
"Wettbewerbsfähigkeit braucht Wertschöpfung"
"Unternehmensstandort Deutschland - Wege zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit" - mit dem mitreißenden Vortrag eines Wissenschaftlers, der auch polemisch sein kann, unterhält und informiert Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Wildemann die über 200 Zuhörer.
Zwar profitiert das deutsche Wirtschaftssystem von der internationalen Arbeitsteilung - Stichwort Globalisierung -, es erfährt aber auch deren Nachteile. Daher kritisiert Wildemann eine Politik, die Verluste aus Arbeitsplatzverlagerungen steuerlich absetzbar macht.
Seine Untersuchungen zeigen, dass weitere Verlagerungen geplant sind. Ein Problem ist, da sind sich alle drei Vortragenden einig, dass einer Arbeitsplatzverlagerung in der Produktion immer eine Verlagerung von Forschung und Entwicklung (F&E) und sogar Dienstleistungen folgen.
"Unternehmer, bleibt diesseits der Elbe!"
Sachsens "Unternehmer des Jahres" 2006, Dr. Werner J. Maiwald von BuS Elektronik GmbH & Co. KG spricht praxisorientiert aus der Sicht des Unternehmers. Sein Plädoyer geht dahin, weniger den Umsatz, sondern Gewinn, Arbeitsplätze und gezahlte Steuern als Erfolgs-Kennzahlen eines Unternehmens zu verstehen. Für ihn ein Widersinn, dass Aktiengesellschaften für Entlassungen belohnt, lokale Unternehmen aber dafür abgestraft werden.
Doch "der Mittelstand kann wachsen - wenn er andere Wege geht". So wie der Titel seines Vortrages lautet, hat auch Maiwald mit der BuS Elektronik einiges unternommen, um neue Wege zu eröffnen und zu gehen. Im Mittelpunkt dabei ganz klar die Erkenntnis, das wertvolle Kapital Mitarbeiter noch wertvoller zu machen, z.B. durch die Investition in eigene Aus- und Weiterbildungs- sowie Nachwuchsförderprogramme oder in die Motivation und das Können.
Das Sommerfest
Staatsministerin Helma Orosz begrüßte gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des RKW Sachsen e. V., Herrn Garbas, und dem Chef des Hauses 'Maritim', Gerhard Riegger, die Gäste zum traditionellen Sommerfest des RKW Sachsen. Zwar regnete und gewitterte es am Abend, das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Einige Partnerunternehmen stellten ihre Leistungsspektren an kleinen Ständen vor und beantworteten Fragen. In lockeren Gesprächen miteinander konnten Stimmungen eingefangen und Anregungen diskutiert werden. Bis spät abends dauerte das Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch in sehr angenehmer Atmosphäre. Wir dürfen gespannt sein, welche Kooperationen und Projekte an diesem Tag noch auf den Weg gebracht wurden.
Ihr Ansprechpartner:
Doris Hantscho
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
PR/Marketing
Tel.: 0351 8322-372
E-Mail: hantscho(at)rkw-sachsen.de
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