Achten Sie auf diese Faktoren – Damit aus der Unternehmenskrise keine Insolvenz wird

Mehr als 31.000 Unternehmen mussten 2006 in Deutschland Insolvenz anmelden. Hauptursache dafür sind laut einer Studie von Euler Hermes unter 125 Insolvenzverwaltern Management-Fehler. Dazu zählen vor allem fehlendes Controlling, nicht erkannte Finanzierungslücken und ein unzureichendes Debitorenmanagement.

Unternehmenskrisen beginnen oft unauffällig und unentdeckt. Erste Zeichen können leicht rückläufige Umsätze bei steigenden Kosten sein, ein Rückgang an Kunden, inkonsequente Unternehmensführung oder verzögerte Entscheidungen. Da einige dieser Faktoren in vielen Branchen jedoch auch von saisonalen Effekten hervorgerufen werden können oder Marktanpassungen widerspiegeln, sind sie als Warnzeichen nur schwer zu erkennen.

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Unternehmensführung ist deshalb die Planung, wohin sich die Firma in der Zukunft entwickeln soll. Hierzu zählen die strategische Planung, das Festlegen von langfristigen Zielen und notwendigen Grundsatzentscheidungen sowie die operative Planung, die Festlegung von kurz- und mittelfristigen Zielen.

Gleichzeitig gehören zu den wichtigsten Schritten die Planung der Aufwandpositionen und des zu erwartenden Umsatzes und Gewinns. Auf Basis dieser Planzahlen muss in regelmäßigen Zeitintervallen (monatlich, quartalsweise) eine Kontrolle erfolgen, inwieweit diese erreicht wurden. Bei einer negativen Entwicklung muss der Unternehmer Gegenmaßnahmen ergreifen.

Signalfaktoren der Kapitalstruktur

Entscheidend sind neben der Kontrolle der Planzahlen eine Reihe weiterer Signalfaktoren, die dem Unternehmer auf einen Blick die Lage der Firma anzeigen. Besonders signifikant ist die Ausstattung der Firma mit Eigenkapital. Um Gewissheit über die Liquidität des Unternehmens zu besitzen, sollten folgende Faktoren regelmäßig überprüfet werden (Quellen i.F.: Broschüre "Insolvenz: Vermeidung und Verlauf" und Lexika):

Eigenkapitalquote: Die Eigenkapitalquote drückt den Anteil der Eigenmittel (wirtschaftliches Eigenkapital) an der (bereinigten) Bilanzsumme eines Unternehmens aus. Kritische Bereiche der Kapitalmindestausstattung liegen bei weniger als 10%; Eigenkapitalquoten größer 30% weisen Stabilität aus.

Cash-Flow-Quote: Der Cash-Flow ist eine wirtschaftliche Messgröße und dient als wichtigster Indikator der Zahlungskraft bzw. der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens. Diese Kennzahl ermöglicht eine Beurteilung des Innenfinanzierungspotenzials. Liegt die Innenfinanzierungskraft bei weniger als 6%, liegt eine Gefährdung des Unternehmens vor, liegt die Innenfinanzierungskraft bei mehr als 10%, weist dies auf ein solides Unternehmen hin.

Kapitalgeberrendite: Hierbei sollten sich Unternehmer an die Faustregel halten: Die erwirtschaftete Rendite muss größer sein als die Fremdfinanzierungskosten am Kapitalmarkt. Liegt die unternehmensinterne Rendite mittelfristig unter diesem Satz, zehren Fremdkapitalzinsen das Unternehmensvermögen auf.

Gesamtkapitalrendite: Diese Kennzahl ist ein Maß dafür, wie effizient das Unternehmen mit den ihm insgesamt zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet hat. Sie errechnet sich aus dem Jahresüberschuss zuzüglich der als Aufwand gebuchten Zinsen für das Fremdkapital, dividiert durch das gesamte von der Unternehmung eingesetzte Kapital. Eine Rendite von weniger als 8% wird als nicht ausreichend bezeichnet, eine Rendite von mehr als 13% weist das Unternehmen als solvent aus.

Liquiditätskrise bedeutet nicht immer Insolvenz

Selbst rentabel arbeitende Unternehmen können aufgrund einer angespannten Liquiditätssituation in eine Unternehmenskrise geraten. Eine kurzfristig mangelhafte Zahlungsfähigkeit bedeutet jedoch nicht zwingend die Insolvenz eines Unternehmens. Zu einem frühen Zeitpunkt erkannt, kann die Liquidität durch eine Reihe von Maßnahmen erhöht werden. Dazu gehört beispielsweise ein effizientes Debitorenmanagement, denn Außenstände wirken sich negativ auf die Liquidität aus. Gleichzeitig sollte bei säumigen Kunden auf Vorkasse bestanden werden. Weiterhin können Zahlungsbedingungen (Skonti, Strafzinsen) überprüft und gegebenenfalls angepasst, über den Abschluss einer Warenkreditversicherung nachgedacht oder die Abtretung der Forderungen gegen Dritte an einen Factor (mit Factoring haben wir uns ausführlich in der Ausgabe des Wirtschaftsbriefes 05/06 2007 beschäftigt) geprüft werden.

Auch auf Seite der Fremdfinanzierung kann Liquidität geschaffen bzw. erhöht werden, indem Unternehmer Lieferantenkredite unter Ausnutzung von Skonti in Anspruch nehmen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten überprüfen oder sich über Fördermittel beim Bund oder bei den Ländern erkundigen. 

Ist die Liquiditätskrise eingetreten, ist schnelles und entschlossenes Handeln unabdingbar:

  • Akquirieren Sie Aufträge,
  • Treffen Sie keine ungesicherten Vereinbarungen zu Zahlungsverpflichtungen mit Lieferanten,
  • Analysieren und nutzen Sie alle Möglichkeiten der Reorganisation im Unternehmen,
  • Erarbeiten Sie ein Kostensparmodell,
  • Binden Sie erfahrene Berater zur Bewältigung der Probleme ein.

Mein Tipp: Das RKW Sachsen ist Mitherausgeber des Ratgebers "Insolvenz: Vermeidung und Verlauf" mit vielen wichtigen Informationen, Berechnungsmodellen zur Ertrags- und Liquiditätsplanung sowie Einzelheiten zu Maßnahmen des Krisenmanagements. Sie können die 36-seitige Broschüre als Druckfassung oder PDF kostenfrei beim RKW Sachsen erhalten. Bitte geben Sie bei Ihrer Bestellung an, welche Fassung Sie wünschen!    

Wenden Sie sich einfach an:
Doris Hantscho
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
PR/Marketing
Tel.: 0351 8322-372
E-Mail: hantscho(at)rkw-sachsen.de  

 

Frühwarnsystem statt Warnzeichen!

Achten Sie bei Finanzplanung und Controlling auf folgende Faktoren:

  • Saubere Kostenrechnung und Kalkulation,
  • Sinnvolle Erfolgsaufschlüsselung (Produkte, Kundengruppen, Filialstruktur etc.),
  • Lang- und mittelfristige Finanzplanung,
  • Vorhandensein von Frühwarnsystemen,
  • Niedrige Zinsbelastung,
  • Angemessenes Investitionsvolumen,
  • Rechtzeitige und bedarfsgemäße Investitionen.

Hauptursachen für Unternehmensinsolvenzen:

  • Fehlendes Controlling,
  • Nicht erkannte Finanzierungslücken / schlechte Finanzplanung,
  • mangelhaftes Debitorenmanagement vor allem in Verbindung mit schlechter Zahlungsmoral bei Kunden,
  • Autoritäre Führung, die an alten Konzepten festhält,
  • unzureichende Kommunikation zu den Banken,
  • Investitionsfehler,
  • Falsche Produktionspolitik.

(Quelle: Studie von Euler Hermes und Zentrum für Insolvenz und Sanierung der Uni Mannheim, 2006)

Unternehmenskrisen erkennen und Wege aus der Krise finden und durchhalten - dabei beraten und begleiten wir Sie:
Jürgen Zuschke
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
Prokurist und Leiter geförderte Beratung
Tel.: 0351 8322-348
E-Mail: zuschke(at)rkw-sachsen.de

Artikel vom 03.09.2007

Kontakt

Warenkorb

  • Keine Veranstaltungen im Warenkorb

Persönliches Konto

NEU! Verhandlungsführung für Einkaufsprofis

Auf Augenhöhe verhandeln!

Neues Projektmanagement-Buch