Die Krise nutzen, um Neues zu entwickeln: Verbundinitiative AMZ begleitet Unternehmen bei der Sicherung von Finanzierungen

Die Krise der Automobilindustrie gibt sächsischen Zulieferern Anlass zu ernster Sorge. Sie ist jedoch nicht existenzbedrohend. Zu dieser Einschätzung gelangten Branchenvertreter während eines Strategiegespräches, zu dem die Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) Mitte Januar eingeladen hatte.

Deutlich wurde, dass kaum ein Unternehmen von der Krise verschont bleibt. Auftragseinbrüche und Planungssicherheit für maximal ein bis zwei Wochen sind an der Tagesordnung. Allerdings verzeichnen Firmen zum Teil auch sehr gute Teileabrufe für neue Fahrzeugmodelle.  "Das Bild ist extrem differenziert. Es gibt Unternehmen, die in einigen Bereichen auf Kurzarbeit sind, in anderen Linien fahren sie Sonderschichten", verdeutlicht AMZ-Projektmanagerin Dr. Claudia Scholta.

Das Schwierige an der jetzigen Situation im Vergleich zur Krise Anfang der 1990er Jahre ist die Kopplung von Finanz- und Wirtschaftskrise, wurde in der Runde deutlich. "Großbanken können das notwendige Kapital derzeit nicht beschaffen. Kleinere Institute haben zwar das Geld, sind aber nicht auf Unternehmensfinanzierungen eingerichtet, wie sie in der Automobilindustrie gebraucht  werden. Die Sicherung von Liquidität ist jedoch ein Hauptthema für die Firmen. Hierbei können wir vor allem dank der Kompetenzen unseres Projektträgers, der RKW Sachsen GmbH, Hilfestellung geben", betont die AMZ-Managerin.

Unterstützung für Unternehmen

In einem ersten Schritt wurden die rund 750 sächsischen Zulieferer, Entwicklungsdienstleister und Ausrüster für die Automobilindustrie über die Möglichkeiten spezieller Förderprogramme informiert. Das Mittelstandsstabilisierungsprogramm des Freistaates Sachsen dient der Kreditversorgung der gewerblichen Wirtschaft vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise. Das KfW-Sonderprogramm 2009 des Bundes steht darüber hinaus auch für Unternehmen zur Verfügung, die nicht unter die Mittelstandsrichtlinien fallen. AMZ begleitet mit Unterstützung der RKW Sachsen GmbH Unternehmen beim Prozedere der professionellen und schnellen Antragstellung für diese sowie weitere Hilfsprogramme.

Notwendig ist die Finanzierung nicht nur für das operative Geschäft, sondern auch für die Fortführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. "Von den Fahrzeugherstellern haben wir Signale erhalten, dass Entwicklungen nicht gekappt werden. Deshalb ist es ein Gebot der Stunde, sich an den Anforderungen künftiger Modellgenerationen zu orientieren und weiter auf Innovationen zu setzen", so Dr. Scholta.

Ebenso bietet die Krise Chancen, aktuelle Aufträge von Firmen zu übernehmen, die ins Schlingern geraten sind. Auch in diesem Prozess vermittelt AMZ zwischen Kunden und Lieferanten.

Bei Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. Claudia Scholta
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
Projektmanagerin AMZ
Tel.: 0371 5347-368
E-Mail: scholta(at)amz-sachsen.de
Internet: www.amz-sachsen.de  

 

 

Artikel vom 10.02.2009

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