Mit Strategie durch die Krise, Teil 2: So führen Sie Mitarbeiter und Unternehmen motiviert
In vielen Unternehmen sinken die Motivation und die Zuversicht unter den Mitarbeitern jetzt, da die Wirtschaftskrise unübersehbar auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. Auch in Sachsen haben erste Firmen bereits Arbeitsplätze abgebaut, wenn auch teils noch abgefangen durch Kurzarbeit, so eine aktuelle Stellungnahme von Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk. Die Angst vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder Jobverlust setzt Unternehmer und Mitarbeiter unter Druck – doch es gibt Strategien, mit denen Sie sich jetzt weiter erfolgreich behaupten können. Im zweiten Teil unserer Serie "Mit Strategie durch die Krise" setzen wir uns mit den Möglichkeiten im Bereich von Führung, Entwicklung und Marketing auseinander.
Führen durch positives Vorbild
Die Wirtschaftskrise ist in erster Linie auch eine Vertrauenskrise: Banken verlieren das Vertrauen in Unternehmen, Unternehmen in Banken, Zulieferer in Abnehmer. Vertrauenswürdigkeit zu Banken, Zulieferern, Kunden und nicht zuletzt den Mitarbeitern zu signalisieren, ist für kleine und mittlere Unternehmen eine der wichtigsten Strategien, um durch wirtschaftlich schwierige Zeiten zu manövrieren.
Strategie: Jetzt sind unternehmerische Tugenden besonders gefragt: Mut, Zuverlässigkeit, Serviceorientierung, positive Einstellung. Gehen Sie die Herausforderungen an.
- Stützen Sie eine positive Einstellung durch gute Nachrichten, die argumentativ genutzt werden können. So halten beispielsweise Investoren aus dem Ausland ihre Standorte in den neuen Bundesländern für sicher, ein Drittel will mehr investieren, hat eine Umfrage des Instituts für Wirtschaft Halle (IWH) vom Spätherbst 2008 herausgefunden. Da hier jeder vierte Arbeitnehmer im Verarbeitenden Gewerbe in einem Unternehmen mit ausländischen Investoren tätig ist, sind die stabilen Geschäftsaussichten durchaus als Positivmerkmal zu bezeichnen.
Mitarbeitermotivation aufrecht erhalten
In der momentanen konjunkturellen Lage fürchten viele Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. Nach neuesten Angaben rechnet die Bundesregierung damit, dass bis Ende 2009 eine halbe Million Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Allein Anfang Februar ist die Zahl der Erwerbslosen um 63.000 gestiegen, so die Bundesagentur für Arbeit. Die damit einhergehende Angst vor Jobverlust ist nach aktuellen arbeitspsychologischen Studien ein Stressor für Mitarbeiter. Und in Krisenzeiten verlassen gerade die Besten als erste ihre Arbeitgeber auf der Suche nach noch entwicklungsfähigen oder sicheren Jobs. Fazit: Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter.
Strategie: Wesentlich ist daher jetzt, dass Führungskräfte insbesondere Sicherheit und Zuversicht vermitteln.
- Geben Sie Ihren Teams verstärkt das Gefühl, dass Ihr Unternehmen zuverlässig agiert.
- Sprechen Sie gerade die Leistungsträger in Ihrem Unternehmen gezielt an, zeigen Sie ihnen gemeinsame Strategien und Entwicklungsmöglichkeiten auf, vermitteln Sie Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Wenn die Besten, die mit der höchsten Employability und dem besten Ruf in der Firma, gehen, setzt dies schlechte Signale für den Rest der Belegschaft.
- Offene und transparente Kommunikation ist wichtig, damit Gerüchte über mögliche wirtschaftliche Schieflagen erst gar nicht entstehen oder sich ausbreiten können.
- Wenn es bereits Kurzarbeit in Ihrem Unternehmen gibt, motivieren Sie die Mitarbeiter mit zukunftsorientieren Fortbildungsmaßnahmen. Denn in diesem Fall übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die vom Unternehmen zu leistenden Beiträge zur Sozialversicherung vollständig, und so profitieren beide Seiten!
Arbeitgebermarke stärken
Gehen Sie auch während der Rezession strategisch vor und machen Sie Ihre Firma mit aktivem Unternehmensmarketing interessant für die besten Nachwuchskräfte. So bringen Sie sich in Stellung für weiteres (späteres) Wachstum.
Strategie: Um sich als attraktiver Arbeitgeber gerade für junge Talente oder regional verwurzelte Führungskräfte zu positionieren, müssen kleine und mittlere Unternehmen ihre Stärken so kommunizieren, dass sie zielgruppengerecht überzeugen.
- Tragen Sie in Ihrem Marketing die Vorteile und Werte offensiv nach vorn, die sie als Unternehmen auszeichnen. Das können schnelle Entscheidungsstrukturen, schlanke Prozesse und Karrieremöglichkeiten für Nachwuchsführungskräfte sein – Vorteile, die große Konzerne so oft nicht bieten können. Auch weiche Faktoren wie ein besonders gutes und familiäres Arbeitsklima, die regionale Vernetzung oder besonders interessante Jobprofile sind jungen Menschen besonders wichtig. Informationen dazu hält das Projekt "PERFEKT – familienfreundliche Unternehmen in Sachsen" (www.perfekt-sachsen.de) bereit, dessen Projektträger die RKW Sachsen GmbH ist.
- Auf Veranstaltungen wie der "Woche der offenen Unternehmen in Sachsen" (siehe RKW Wirtschaftsbrief Januar/Februar 2009) können Firmen junge Auszubildende kennenlernen und sich als interessanten Arbeitgeber darstellen.
Produktinnovationen vorantreiben
Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Anspannung ist es wichtig, Innovationen weiter voranzutreiben, denn Innovationen sind Investitionen in die Zukunft.
Strategie: Krisenzeiten bieten den Anlass, das eigene Produkt- oder Dienstleistungsportfolio kritisch zu analysieren.
- Suchen Sie gezielt nach den umsatz- und margenstarken sowie schwachen Produkten in Ihrem Portfolio. Prüfen Sie, ob Sie das Kerngeschäft stärken können, indem Sie auf die starken Marken fokussieren und sich auf die Umsatz- und Renditebringer konzentrieren.
- Treiben Sie Produktinnovationen in den definierten Kernbereichen voran. Forschung und Entwicklung sorgen für den Erhalt der Zukunftsperspektive – vernachlässigen Sie jetzt nicht die Entwicklung neuer Umsatzträger.
Marketing und Vertrieb steigern
Gerade die Vertriebsmannschaft leidet in Krisenzeiten motivatorisch wie finanziell unter der stärkeren Ablehnung der Kunden und Marktteilnehmer.
Strategie: Machen Sie sich klar: Marketing und Vertrieb müssen offensiv unterstützt werden.
- Setzen Sie motivatorische Impulse und überlegen Sie, ob Ihr Unternehmen neue oder zusätzliche Vertriebssysteme oder -wege einführen kann.
- Verstärken Sie den Absatz mit Vertriebskooperationen oder zusätzlichen Marketingformen wie Empfehlungsmarketing oder ausgefeilten Formen des Internet-Marketings.
Auch wenn sich der Wettbewerb zwischen den Unternehmen in der Rezession bei sinkender Kaufkraft auf der Kundenseite verstärken wird: Es gibt Strategien, mit denen Sie Ihre Position weiter stärken können.
Wenn Sie Unterstützung in diesen strategischen Bereichen suchen,
wenden Sie sich an:
Johann Varga
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
Prokurist und Bereichsleiter RKW Expert
Tel.: 0351 8322-350
E-Mail: varga(at)rkw-sachsen.de
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