Sanierung und Konsolidierung
Verbundinitiative AMZ und die RKW Sachsen GmbH informieren über Krisenbewältigung. Unter dem Thema „Möglichkeiten der Sanierung und Konsolidierung in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten“ führten die Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) und die RKW Sachsen GmbH eine erneute Informationsveranstaltung zur Krisenbewältigung durch. Rund 30 Vertreter von Unternehmen, Banken und Politik waren am 10. März 2010 der Einladung ins Technologie Centrum Chemnitz gefolgt.

- Foto: Ina Reichel, Veranstaltung im TCC
Auf der Agenda standen die aktuelle Förderpolitik des Freistaates Sachsen, die Instrumentarien der Sächsischen Aufbaubank, die Wege für Sanierung und Konsolidierung, die Ansätze der Banken im Umgang mit risikorelevantem Geschäft sowie das Personalmanagement in der Krise.
Förderpolitik des Freistaates Sachsen
Die Förderpolitik des Freistaates Sachsen im Kontext der aktuellen wirtschaftlichen Situation erläuterte Barbara Meyer, Abteilungsleiterin im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Die veränderte Einnahmesituation zwinge zu Veränderungen in den bisher bestehenden Förderquoten. Damit trotz sinkender Haushaltsmittel weiterhin viele Unternehmen an der Mittelstandsförderung teilhaben können, habe sich Sachsen entschieden, die Fördersätze zu reduzieren, begründete Barbara Meyer die aktuellen Änderungen in diesem Bereich. Für die Kooperationsförderung stehen in diesem Jahr 5,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Anträge, die bereits bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) vorliegen, überschreiten dieses Volumen bereits bei weitem. Deshalb wurden die Fördersätze in der Grundförderung von bisher maximal 65 Prozent auf maximal 40 Prozent gekürzt. Der erhöhte Satz von bisher maximal 80 Prozent sinkt auf maximal 50 Prozent.
Unterstützungsangebote der Sächsischen Aufbaubank Rainer Staudt, Abteilungsleiter bei der Sächsischen Aufbaubank, stellte die Unterstützungsangebote der SAB wie Liquiditätshilfedarlehen und Rettungsbeihilfen vor und gab einen ersten Einblick in ein neues Instrument. Der „Sachsenfonds investiv“ soll die Möglichkeit eröffnen, einen Teil der GA-Förderung in ein nachrangiges Darlehen mit eigenkapitalähnlichem Charakter zu wandeln.
Intensiv diskutiert wurden die aktuellen Regelungen zur GA-Förderung, die auch 2010 noch für Investitionen gewährt werden, die Arbeitsplätze sichern. 2009 sei hier ein Antragsvolumen auf Rekordhöhe eingegangen. Da man sich gegenwärtig noch in der Phase der vorläufigen Haushaltsführung befinde, weil der Bundeshaushalt noch nicht beschlossen sein, käme es hier zu einem Bearbeitungsstau, warb er bei den Anwesenden für Verständnis. Aus der Diskussion heraus kam die Frage, ob es noch zeitgemäß ist, die jetzige GA-Förderung an die Schaffung bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen zu binden. Die äußerst umfangreichen Hightech-Investitionen für die Autobranche könnten nicht in jedem Falle damit gekoppelt werden.
Sanierung und Konsolidierung
Johann Varga, Bereichsleiter des RKW Expert beim RKW Sachsen, zeigte Wege zur Sanierung und Konsolidierung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf. Insbesondere stellte er das Vorgehen nach dem Standard IDW S 6 vor. Gefordert wird hier ein in sich stimmiges Gesamtkonzept. Es muss ausgehend von der aufgenommenen IST-Lage und der Analyse aller offensichtlichen, aber auch im Hintergrund virulenten Krisenstadien ein Gesamtkonzept darstellen, das sich an dem Leitbild des rendite- und wettbewerbsfähigen Unternehmens orientiert.
Dieter Klopfer von der ABG Consulting ermunterte die Unternehmer zu aktiver Kommunikation mit ihren Banken sowie zur zügigen Beibringung aller notwendigen Unterlagen für Kreditengagements. So sollten beispielsweise Jahresabschlüsse innerhalb von fünf Monaten vorgelegt werden. Schon eine Verzögerung um einen Monat führe zu Maluspunkten. Unternehmen, die einer sogenannten „gefährdeten Branche“ angehören – dazu gehören nach aktuellem Stand Automobilzulieferer – werden nur dann neue Kredite erhalten, wenn sie im Rating eine bestimmte Klasse nicht unterschreiten. Meist müssen sie zwei Klassen besser sein als Firmen aus nichtgefährdeten Branchen.
Dass es neben dem richtigen Finanzierungskonzept noch andere Wege gibt, um die Krise zu meistern, verdeutlichte Dietrich Wetzel, Geschäftsführer der Dietrich Wetzel KG. Er zeigte auf, wie es in seinem Unternehmen mit gezielter Personalentwicklung gelungen ist, Innovationsquote und Produktivität im Jahr 2009 deutlich zu steigern.
Haben Sie Fragen, dann stehe ich zur Verfügung:
Dr.-Ing. Claudia Scholta
Tel.: 0371 53 47-368
E-Mail: scholta(at)amz-sachsen.de
Kontakt
- Telefon: 0351 8322-30
- E-Mail schreiben
- Rückruf vereinbaren
Warenkorb
- Keine Veranstaltungen im Warenkorb


