4. AMZ-Lounge Elektronik auf Schloss Augustusburg
Die zukünftige Energieversorgung von Kraftfahrzeugen stand im Zentrum der 4. AMZ-Lounge Ende September 2004 auf Schloss Augustusburg. Dr. Christian Wunderlich, Director Advanced Technology der Webasto AG, stellte die Auxiliary Power Unit (APU) vor, die eine motorunabhängige Stromversorgung sicherstellen soll. Laut Pannenstatistik liegt eine Hauptursache für Fahrzeugausfälle in der mangelnden Stromversorgung. Die Ursache hierfür ist u.a. die Komplexität der Elektronikfunktionen. Bis zu über 60 Steuergeräte müssen miteinander abgestimmt werden. Hinzu kommt der deutlich kürzere Innovationszyklus der Elektronikindustrie gegenüber dem Lebenszyklus der Produkte in der Automobilindustrie. Eine weitere fundamentale Schwäche ist die Überlastung des traditionellen 12V-Bordnetzes. Speziell in der Startphase fehlt elektrische Energie. Seit dem Jahr 2002 sucht Webasto nach einer endgültigen Lösung, die ausreichend elektrische Energie im Stand- und Fahrbetrieb liefert. „Der Kraftstofftank ist der einzig sinnvolle Energiespeicher für den Betrieb eines Kfz im Stillstand”, stellt Wunderlich fest. Daher verfolgt Webasto das Konzept der APU, die Elektroenergie aus einem fossilen Treibstoff mittels einer katalytischen Kraftstoffreformierung und einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle erzeugt. Dadurch steht bei stehendem Fahrzeugmotor Energie zur Standklimatisierung und für weitere Komfortfunktionen sowie zur Gewährleistung der uneingeschränkten Startfähigkeit des Motors vor allem im Winter zur Verfügung. „Nur die wesentlich kleinere Brennstoffzellenlösung erfüllt alle Anforderungen der APU und bisher ist keine Wettbewerbstechnologie etabliert”, fasst Dr. Christian Wunderlich zusammen. Seit 2002 gibt es das strategische Projekt „APU-Entwicklung”, das 25 Mitarbeiter zählt. Ziel ist es, Systemlieferant zu werden. Bis 2008 soll ein 1-2 kW Aggregat, zwei Jahre später ein 5 kW add-on APU-Truck und 2012 ein voll integriertes APU-Modul zur Verfügung stehen. Bei der Entwicklung des Brennstoffzellen-Stacks setzt Webasto auf eine strategische Allianz mit dem Fraunhofer Institut IKTS in Dresden und der Firma H.C. Starck. Damit wird die Abdeckung der Wertschöpfungskette gesichert und die Differenzierung im Wettbewerb ermöglicht. So gelang es in diesem Jahr, einen stabil arbeitenden APU-Prototyp auf Dieselbasis zu demonstrieren.
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