AMZ-Projekt entwickelt Einbaukit für Patiententransport

- Mit dem Einbaukit „Citmatic“ können Patienten sicher und effektiv im Krankenbett transportiert werden. Die Lösung entstand in einem AMZ-Projekt.
Ein bettlägeriger Patient muss von einer medizinischen Einrichtung zu einer anderen transportiert werden. Wenn dabei öffentliche Straßen zu benutzen sind, bedeutet das: Umbetten auf die Trage im Krankentransporter, Sichern während der Fahrt, erneutes Umbetten am Bestimmungsort. Es werden mindestens zwei Begleitpersonen für den Transport und zusätzlich ein Arzt oder eine Schwester für das Umbetten gebraucht. Entlastung würde eine Lösung bringen, bei welcher der Patient im Bett transportiert werden könnte. Doch bisher sind mögliche technische Ansätze an den hohen Zulassungshürden gescheitert.
Ein AMZ-Projekt hat diese Hürde genommen. Unter Führung der RKB Reparatur- und Karosseriebau GmbH Döbeln entstand ein Einbaukit, bei welchem Patient samt Bett in den Transporter geschoben und dort entsprechend gesichert wird. Ein neuartiges Absenksystem ermöglicht zudem, dass nur noch ein Pfleger das Bett mit wenigen Handgriffen in den Wagen schiebt und dort arretiert. Mit initiiert und als Netzwerkmanager betreut hat das Projekt die MTP Management GmbH Hermsdorf. Eine Marktanalyse mit Meditrans Berlin versprach verheißungsvolle Aussichten für eine technische Lösung zum Patiententransport in herkömmlichen Krankenhausbetten. „Nicht nur für Krankenhäuser, auch für Feuerwehren, Notdienste oder Pflegeheime ist das ein Thema. Ebenso kann damit der Transport übergewichtiger Patienten sicher erfolgen“, weist der MTP-Manager Klaus Franke auf weitere Marktchancen hin.
In nur sieben Monaten ist es dem Netzwerk mit dem Leadunternehmen RKB und weiteren sächsischen Zulieferern gelungen, eine zuverlässige, tragfähige Lösung zu entwickeln und für die Produktion vorzubereiten. Der Knackpunkt - die Zulassung nach den strengen Richtlinien der DIN 1789 für den Behinderten- und Patiententransport - wurde im November 2004 gelöst. Die Tests im Dekra Technology Center am Lausitzring bestand das Einbaukit mit Bravour. Dieses Zertifikat bedeutet das entscheidende Quäntchen Vorsprung. RKB und MTP arbeiten jetzt am Vertriebsaufbau für das Kit mit dem Markennamen „Citmatic“, das in Transportern mit Frontantrieb und bis zu 3,5 Tonnen Gewicht nachgerüstet werden kann. Große deutsche Kliniken, aber auch Firmen aus Schweden und der Schweiz haben schon Interesse bekundet. Ebenso strebt RKB eine Zusammenarbeit mit führenden Krankentransportherstellern an.
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