Materialeffizienz steigern – Kosten senken

Aufgrund der sichtbaren Preissteigerung gewinnt die Frage nach dem effektiven Umgang mit Material und Verbrauchsstoffen aller Art in produzierenden Unternehmen immer mehr an Bedeutung.

Dies betrifft die Bereiche Einkauf, Lagerung bis hin zur Fertigung und dem Transport. Aus der Grafik "Kostenstruktur im produzierenden Gewerbe 2008" geht deutlich hervor, dass die Materialeinsatzkosten, einschließlich der sonstigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, den dominierenden Kostenblock in produzierenden Unternehmen bilden. Dabei ist der Anteil der Materialkosten in den zurückliegenden Jahren stetig gestiegen. Der Beherrschung des Kostenblocks des Materialeinsatzes sowie der sonstigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe kommt somit eine besondere Bedeutung zu. Es ist nicht zu erwarten, dass die Materialpreise wieder sinken. Für rund 87 Prozent der Unternehmen hat die Frage der Materialeffizienz eine hohe Relevanz und immerhin 67 Prozent sehen akuten Handlungsbedarf hierfür. Vielfach wissen sie aber nicht, wie sie das Problem angehen und lösen sollen. Hiervon ist insbesondere die metallverarbeitende Industrie betroffen, daneben aber auch die Kunststoffverarbeitung. Gelingt es beispielsweise, den Material- und Stoffverbrauch/ -einsatz bei einem durchschnittlichen Wareneinsatz von rund 500.000 Euro p.a. um nur 2,5 Prozent zu reduzieren, entsteht ein Kostennutzen von rund 12.500 Euro p.a.

Materialkostensenkung und weitere positive Effekte für das Unternehmen

 Neben der Beherrschung des Materialeinsatzes sind zumeist noch weitere positive Effekte der Kostensenkung in den Bereichen Transport, Energie und Entsorgung möglich. Vielfach treten weiterführende Synergien ein, die in gleicher Weise erhebliche Bedeutung für die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit im Unternehmen haben, zum Beispiel Verringerung von Nacharbeiten, Reduzierung der Lagerkosten, kürzere Rüst- und Durchlaufzeiten, bessere Kapazitätsauslastung und nicht zuletzt: geringere Kapitalbindung und somit Steigerung der eigenen Finanzkraft und Erhöhung der operativen Liquidität. In der direkten Wirkung auf die Liquidität des Unternehmens können somit neue Spielräume z. B. für die Nutzung von Einkaufskonditionen oder/und die geringere Inanspruchnahme von Kontokorrent-Linien entstehen. Erfahrungen aus der metallverarbeitenden Industrie zeigen, dass rund 50 Prozent der möglichen Maßnahmen zur Erhöhung der Materialeffizienz mit Investitionen unter 10.000 Euro verbunden sind. Im Durchschnitt liegt der Amortisationszeitraum unter 6 Monaten, also binnen eines Jahres und wird somit unmittelbar wirksam. Erhöhung der Materialeffizienz – aktiv die Herausforderung lösen.

In Kooperation mit der Deutschen Materialeffizienzagentur (demea) in Berlin besteht die Möglichkeit, über die RKW Sachsen GmbH in Dresden ein spezifisches Angebot gerade für Unternehmen mit hohem Materialeinsatz zu nutzen. Dabei können kleine und mittlere sächsische Unternehmen (KMU) bei dem in zwei voneinander unabhängigen Projektstufen angelegten Programm je nach Bedarf bis zu 50 Prozent der anfallenden Beratungskosten als Zuschuss gefördert bekommen. Das erste Modul befasst sich mit einer Potenzialanalyse, das zweite mit der aufbauenden Vertiefungsberatung.

Wie funktioniert das Förderprogramm?


Potenzialanalyse (max. 3 Monate)

Ausgaben für die fachliche Erstberatung können bis zu einer  Höhe von 34.000 Euro anteilig gefördert werden. Bis 17.000 Euro beträgt der Fördersatz 50 Prozent.

Die Potenzialanalyse umfasst:

  • Quantitative Analyse der Stoffströme
  • Ermittlung der Materialverluste
  • Betriebswirtschaftliche Betrachtung der Einsparpotenziale
    Maßnahmenplanung
  • Beispieldokumentation

Vertiefungsberatung (max. 9 Monate)

Nach der Potenzialanalyse kann eine Vertiefungsberatung erfolgen, die mit 50 Prozent gefördert wird. Die Beratung kann in mehreren Teilberatungen erfolgen.

Die Vertiefungsberatung umfasst:

  • Detaillierte Maßnahmenplanung
  • Finanzierungsberatung
  • Umsatzbegleitung

Der maximale Förderwert für die Potentialanalyse und die Vertiefungsberatung ist auf 80.000 Euro beschränkt.

(Quelle: BMWi 08/2011)

Bei Fragen zum Thema Materialeffizienz wenden Sie sich bitte an:

Jürgen Zuschke
Bereichsleiter Qualitätssicherung in der geförderten Beratung
Telefon: 0351 8322-348
Mobil: 0172 8380048
E-Mail: zuschke(at)rkw-sachsen.de

Artikel vom 18.03.2011

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