TeMaK: Technologieplattform zum Einsatz von Magnesium-Knetlegierungen - AUDI an Forschungsergebnissen interessiert

Rund ein Jahr Arbeit liegt hinter den Akteuren des Wachstumskerns TeMaK. Hinter dem Kürzel steht ein Netzwerk aus 16 Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die bis 2010 eine Technologieplattform zum Einsatz von Magnesium-Knetlegierungen für den Fahrzeugbau im Produktlebenszyklus (TeMaK) aufbauen wollen. Die RKW Sachsen GmbH koordiniert diese Plattform, wesentliche Vorarbeiten hat AMZ geleistet.

Auf einem Workshop Ende Mai 2008 an der Westsächsischen Hochschule Zwickau präsentierten die TeMaK-Initiatoren (www.temak-sachsen.de) erste Ergebnisse und diskutierten mit mehr als 100 Teilnehmern aus Wirtschaft und Wissenschaft das Thema „Karosserie-Leichtbau durch Magnesium“.

Positive Jahresbilanz - Anwendungsnutzen im Vordergrund

Dirk Virian, Sprecher des Wachstumskerns und Geschäftsführer der Sächsisches Technologie Zentrum gGmbH Zwickau, zog eine positive erste Jahresbilanz: „Wir sind unserem Ziel, Class A-Teile aus Magnesiumlegierungen herstellen zu können, bereits ein gutes Stück näher gerückt. Vor allem in den Teilprojekten, die sich mit Korrosionsschutz und Lack sowie mit dem Recycling beschäftigen, liegen erste nutzbare Resultate vor.“

Ein technologisches Alleinstellungsmerkmal im Wachstumskern ist der zielgerichtete Know-how-Aufbau zur Herstellung von Magnesiumblechen. Das ThyssenKrupp-Unternehmen Magnesium Flachprodukte GmbH Freiberg hat zusammen mit der TU Bergakademie Freiberg ein kostengünstiges Verfahren entwickelt, um diesen Werkstoff in Form von Coils herzustellen.

Umweltschonende Gewichtsersparnis im Leichtbau

Die Vision der Netzwerkpartner: Magnesium im Automobil- und Maschinenbau einsetzen zu können und neben den weniger beanspruchten Class B-Komponenten im Fahrzeug auch hoch beanspruchte Class A-Teile wie Außentüren aus Magnesiumblech herzustellen.

Dabei beschäftigen sich die Unternehmer und Wissenschaftler mit der gesamten Wertschöpfungskette der Magnesiumbe- und -verarbeitung. Da der Werkstoff aufgrund seiner geringen Dichte rund 35 Prozent leichter ist als Aluminium und trotzdem ähnlich gute Festigkeits-, Steifigkeits- sowie Verarbeitungseigenschaften aufweist, geht sein Einsatz vor allem mit einer verbesserten Umweltverträglichkeit von Fahrzeugen einher. „Weniger Gewicht bedeutet weniger Treibstoffverbrauch. Daran sind die Automobilhersteller sehr interessiert“, erklärte Virian. Günter H. Deinzer, Leiter Werkstofftechnik und Recycling der AUDI AG Ingolstadt, bekräftigte in seinem Plenarvortrag über das Leichtbaupotenzial im Karosseriebau, „dass TeMaK mit seinem Forschungsfeld genau die Problemstellungen bearbeitet, die auch AUDI sehr beschäftigen.“ Vor allem bei den Themen Oberflächenbearbeitung, Korrosion und Recycling zeigte sich Deinzer außerordentlich interessiert an den bisher erreichten Forschungsergebnissen des TeMaK-Verbundes.

AMZ: Vorarbeit für Wachstumskern

Wesentliche Vorarbeiten für die Etablierung des Wachstumskerns hat die Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) geleistet. Sie trug mit Untersuchungen zum Einsatz von Magnesiumblech im Automobilbau und mit Qualifizierungskonzepten zur Kompetenzentwicklung dazu bei, sächsische Zulieferer fit für die Nutzung dieses Leichtbauwerkstoffes zu machen. Auf diese Aktivitäten baut der TeMaK-Wachstumskern auf, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die Koordination liegt in den Händen der RKW Sachsen GmbH mit ihrer umfangreichen Erfahrung im Projektmanagement, u. a. als Träger von AMZ. Das Management für TeMaK wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen von NEMO (Netzwerkmanagement Ost) unterstützt.

Insgesamt arbeiten 13 sächsische und drei thüringische Unternehmen und Forschungseinrichtungen an 18 Teilprojekten zum Einsatz von Magnesium-Flachmaterial im Fahrzeugbau. Mittelfristig erwarten die beteiligten Partner daraus Umsatzzuwächse im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Matthias Meyer
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
TeMaK-Koordination
Tel.: 0371 5347-356
E-Mail: kontakt(at)temak-sachsen.de 

Artikel vom 04.08.2008

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