Ressourcen optimal nutzen – Wertschöpfung in der Prozesskette erhöhen

Ein Weg zur Gewinnsteigerung kann die Erhöhung der Wertschöpfung sein. "Aber in mehr als drei Viertel aller Firmen liegt der Wertschöpfungsanteil unter 20 Prozent", resümiert Unternehmensberater Ulrich Heuschkel. Sie lässt sich ohne zusätzliche Investitionen erhöhen, wenn man den Ressourceneinsatz und die Prozesse im Unternehmen optimiert.

Jeder Prozess im Unternehmen teilt sich in wertschöpfende und nicht wertschöpfende Vorgänge. Letztere nehmen zwar Zeit, Ressourcen oder Raum in Anspruch, steigern den Wert des Produkts aber nicht.

Ziel einer Prozessoptimierung ist es, die nicht wertschöpfenden Anteile zu reduzieren. So können bei effizienterer und sogar erhöhter Produktion Kosten eingespart werden. Unternehmensberater Ulrich Heuschkel unterstützt - vermittelt durch das RKW Sachsen - Firmen in diesem Veränderungsprozess. "Nach meinen Erfahrungen sind Einsparungen von 20 bis 30 Prozent möglich", so Heuschkel.

Wertschöpfungspotenziale analysieren

Zur Analyse der Wertschöpfungspotenziale werden die Mitarbeiter direkt in den Prozess eingebunden. Sie durchleuchten ihre eigenen Arbeitsprozesse, erkennen Schwächen der Organisation und Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten. Dieses Wissen wird im regelmäßigen Austausch zwischen Management und Mitarbeitern gesammelt. Erfahrungsgemäß treten folgende Probleme häufig auf:

  • Überproduktion bindet Lagerkapazität,
  • Vorhaltung zu großer Lager- oder Produktionsflächen verursacht Kosten,
  • Unnötige Transporte zwischen Lager und Produktionsplätzen kosten Zeit und Ressourcen,
  • Wartezeiten einerseits sowie Zwischenlager andererseits zeigen an, dass das Bedarfsmanagement nicht optimal ist,
  • Schlechte Produktionsqualität insgesamt kann ein Indikator dafür sein, dass der einzelne Mitarbeiter sich nicht verantwortlich für den Produktionserfolg sieht,
  • Wenn Qualitätskontrolle erst am Schluss der Prozesskette erfolgt, werden fehlerhafte Stücke unnötig weiterbearbeitet und transportiert,
  • Fehlerhafte Produktion führt zu Reklamationen und Folgekosten,
  • Verschwendung von Wissen und Erfahrung der einzelnen Mitarbeiter, etwa wenn diese nicht adäquat eingesetzt werden oder wenn sie das Unternehmen ohne Dokumentation ihres Know-hows verlassen.

Verbesserungen umsetzen

Aus der Analyse des Ist-Zustandes werden Verbesserungen entwickelt. Die folgende Übersicht zeigt bewährte Ansatzpunkte für die Prozessoptimierung. Lösungen können sein:

  • Mitarbeiter beschreiben Verbesserungspotenziale und schlagen Lösungen vor. In der Unternehmenskultur wird die Umsetzung solcher Lösungsvorschläge verankert.
  • Optimierung bereichsübergreifender Zusammenarbeit an den Schnittstellen (Übergaben) reduziert Leerlauf.
  • Einsetzen spezifischer mathematischer und statistischer Verfahren zur besseren Planung von Transportwegen und Produktionsabläufen im Unternehmen.
  • Prüfen, welche Arbeitsorganisation den Anforderungen im Unternehmen am besten entspricht (z.B. Fließband- oder Gruppenarbeit).
  • Einführung einer Qualitätskontrolle an jedem Arbeitsplatz: Jeder Mitarbeiter versteht sich als Kunde des vorgelagerten und als Lieferant des nachgelagerten Prozesses.
  • Maschinenauslastung optimieren: Bei einzelnen Maschinen können im Extremfall bis zu 95 Prozent Stillstände und Leerläufe eingespart werden.

Werte im Unternehmen erhalten

Die Optimierung der Prozesse in der Wertschöpfungskette sollte konstant fortgesetzt werden. Der Berater empfiehlt: "Statt auf Entlassungen zu setzen, sollten Unternehmen überprüfen, ob sie nicht besser Ihr Produktportfolio so erweitern, dass die Erfahrung der Mitarbeiter neu und anders ausgeschöpft werden kann. Denn der Betrieb hat in die Mitarbeiter investiert, diese Investitionen sollten der Firma erhalten bleiben."

Unterstützung durch das RKW Sachsen mit Zuschüssen für Beratungsleistungen

Im Rahmen der sächsischen Mittelstandsrichtlinie (Richtlinien des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit zur Mittelstandsförderung vom 24. Januar 2007) fördert der Freistaat Sachsen Beratungsleistungen in KMU zu Fragen der Unternehmensführung, insbesondere zu betriebswirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen. Hierzu zählen ebenfalls die Beratungsleistungen durch externe Unternehmensberater  zum Thema "Wertschöpfung in der Prozesskette". Der Freistaat kann einen nicht rückzahlbaren Zuschuss zum Tageshonorar für die Durchführung der Beratung gewähren. Der Zuschuss beträgt je Tagewerk (1 Tagewerk = 8 Stunden) bis 400 Euro, maximal 50% der Kosten. Die Anzahl der förderfähigen Beratungstage beträgt:

  • max. 60 Tagewerke pro Jahr
  • max. 100 Tagewerke innerhalb von 3 Jahren

Das RKW Sachsen unterstützt Sie bei allen Fragen der geförderten Beratung.
Bei einer konkreten Anfrage zur Prozessoptimierung oder allgemeinen Fragen zur geförderten Beratung bin ich Ihr Ansprechpartner:

Jürgen Zuschke
RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung
Prokurist und Leiter geförderte Beratung
Tel.: 0351 8322-348
E-Mail: zuschke(at)rkw-sachsen.de

Artikel vom 01.11.2007

Kontakt

Warenkorb

  • Keine Veranstaltungen im Warenkorb

Persönliches Konto

Neues Projektmanagement-Buch

Weiterbildungskatalog 2011/2012