Wachstum lernen - lernend wachsen

RKW Sachsen ist Partner in bundesweitem Forschungsprojekt für neues KMU-Managementkonzept

Foto Ina Reichel: Workshop mit sächsischen Projektpartnern

Wie gelingt es kleinen und mittelständischen Unternehmen, nachhaltig zu wachsen und gleichzeitig die Innovations-, Organisations- und Lernprozesse diesen Anforderungen anzupassen? Antworten auf diese Fragen finden die Partner in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Wachstum lernen – lernend wachsen“.

Das vom 1. März 2008 bis 30. April 2011 laufende Vorhaben wird von der RKW Deutschland GmbH geleitet und wissenschaftlich begleitet von der Hochschule RheinMain University of Applied Sciences. Neben den RKW-Gesellschaften Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg ist die RKW Sachsen GmbH ein regionaler Partner.

Beteiligte Unternehmen aus Sachsen zogen in einem Workshop am 4. November 2009 in Dresden eine erste Bilanz. Sie war geprägt von einem überaus positiven Resümee der Firmenvertreter, die in vier Gestaltungsprojekten neuartige Managementinstrumentarien erproben konnten. "Wir haben Wachstumsberatung mit Projektlernen gekoppelt. Das gab es in dieser Form noch nicht und hat die Unternehmen bei verschiedenen betrieblichen Aufgabenstellungen vorangebracht", sagt Brigitte Mählisch, Projektverantwortliche bei der RKW Sachsen GmbH.

Positive Resonanz auf Analyseprozess

Begonnen hat die Projektarbeit mit einer Zustandsanalyse in 124 Unternehmen der vier beteiligten Regionen. Aus Sachsen nutzten 40 Firmen die Möglichkeit, ihre Innovations- und Wachstumssituation untersuchen zu lassen. Dieser Prozess erfolgte in drei Schritten. Zuerst wurde ein Fragebogen erarbeitet, in dem die Unternehmen vor der eigentlichen Analyse Eckdaten zur aktuellen Wachstumssituation aufzeigten. Kern des Verfahrens war ein ca. zweistündiges Diagnosegespräch, das ein RKW-Berater mit  einem betrieblichen Entscheidungsträger führte. "Das Echo darauf hat ergeben, dass die Befragten diese leitfadengestützte Konversation als sehr wertvoll empfanden. Sie konnten dabei die Unternehmenssituation etwas unabhängig vom Tagesgeschäft überdenken und durch die gezielten Fragen bereits direkte Impulse und Anregungen erhalten. Zu dieser positiven Resonanz hat die Kompetenz der ausgewählten Berater beigetragen", resümiert Brigitte Mählisch. Zum Ende des Gesprächs wurde mit einem Fragebogen die Qualität des Wachstumsmanagements bewertet. Die Ergebnisse der Diagnose erhielt jedes Unternehmen in einem Managementreport zusammengefasst. Er spiegelt die Situation des jeweiligen Unternehmens an den weiteren 123 beteiligten Firmen und zeigt auf, inwieweit die Ansprüche des Kompetenzorientierten Managements (KOM) bereits erfüllt werden. Dieses auf wissenschaftlichen Grundlagen basierende KOM-Modell geht davon aus, dass Wissen und Kompetenz, Kultur und Werte, Führung und Organisation sowie finanzielle und materielle Ressourcen wesentlich sind, um Wachstum und Innovation ganzheitlich zu steuern. Im Projekt wird überprüft, inwieweit das Modell weiter den Belangen von KMU angepasst werden muss.

Neues Diagnosesystem entwickelt

Als erstes Teilprodukt aus dem gesamten Analyseprozess entwickeln die Projektakteure gegenwärtig das neue Diagnosesystem "Management des Wachstums". Es ermöglicht sowohl eine effektive Situationsanalyse und Auftragsklärung bei Beratungsprozessen als auch eine fundierte Entscheidungsunterstützung beim betrieblichen Management des Wachstums in KMU.

In der zweiten Projektphase wurden die bisher gewonnenen Erkenntnisse konkret in betrieblichen Projekten realisiert sowie im gemeinsamen Projektlernen von Unternehmern und RKW-Beratern ausgetauscht und vertieft. In Sachsen gab es in dieser 2009 verlaufenden Phase vier Gestaltungsprojekte zu Themen, die in der Erstdiagnose als wesentliche Treiber für eine nachhaltige Firmenentwicklung identifiziert worden waren. Das Spektrum reichte von strategischer Personalentwicklung über die Erweiterung der Geschäftsfelder und die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter in der Fertigung bis hin zur Entwicklung und zum Aufbau eines Mitarbeiterinformationssystems über Intranet. Betreut wurden die Projekte von den bereits in der Erstdiagnose aktiven RKW-Beratern. Die bereits eingangs erwähnte Bilanz zeugt von einem großen Interesse der beteiligten Unternehmen, die begonnene Arbeit fortzuführen. Das geschieht weiter in Begleitung der RKW-Berater, aber auf einer Basis außerhalb des Projektes.

2010 werden die bisher entstandenen Beratungsdienstleistungen in weiteren betrieblichen Modellprojekten erprobt und ausgebaut. Sachsen will dabei fünf Umsetzungsvorhaben mit bisher noch nicht in Gestaltungsprojekten integrierten Firmen realisieren. Ziel ist, das Erkennen und Heben von Wachstumspotenzialen noch enger mit der Entwicklung der dafür notwendigen Kompetenzen und Reflexionsfähigkeiten zu verzahnen. Die Gesamtergebnisse aus den Projekten aller Regionen werden abschließend zu einem Kompetenzorientierten Managementkonzept für KMU verdichtet und wirken über das Projektende hinaus. Sie fließen ein in neue RKW-Dienstleistungen, mit denen innovative wachsende Unternehmen noch profunder und nachhaltiger beraten werden können.

Haben Sie Fragen zum Projekt "Wachstum lernen – lernend wachsen", dann wenden Sie sich bitte an:

Brigitte Mählisch
Leiterin Niederlassung Chemnitz
Tel.: 0371 5347-392
E-Mail: maehlisch(at)rkw-sachsen.de

Sascha Friedrich
Projektmitarbeiter
Tel.: 0371 5347-391
E-Mail: friedrich(at)rkw-sachsen.de

Artikel vom 21.12.2009

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